Gesundheitsminister will “leichten” Lockdown umsetzen

Gesundheitsminister will “leichten” Lockdown umsetzen

Gesundheitsminister Salvador Illa möchte eine zweite Welle unbedingt verhindern.

SPANIEN | Gesundheitsminister Salvador Illa möchte eine neue Regelung durchsetzen, die vom Virus stark betroffene Gebiete in eine Art „leichten Lockdown” versetzen kann. Demnach gibt er den betroffenen Gebieten 48 Stunden, um ihre Städte abzuriegeln, sobald sie mehr als 500 Fälle pro 100.000 Einwohner haben. Damit möchte der Gesundheitsminister eine zweite Welle der Pandemie in Spanien verhindern.

Sein Vorschlag würde vor allem Madrid betreffen. Bei Umsetzung der Regelung würden fast 5 der 6,7 Millionen Einwohner im Großraum Madrid sofort im Lockdown sein. Auf die zehn größten Städte im Großraum Madrid treffen die Kriterien seiner Regelung zu: Sie hatten mehr als 500 Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten zwei Wochen, 10 Prozent der PCR-Tests fallen positiv aus und Intensivstationen sind zu mehr als 35 Prozent ausgelastet.

Trifft dies auf eine Stadt zu, würde sie bei Umsetzung von Illa’s Vorschlag vom leichten Lockdown betroffen sein. Dieser gilt dann vorerst eine Woche und ist je nach Situation verlängerbar. Ausnahmen soll es geben, wenn mindestens 90 Prozent der aktiven Fälle einer Region eindeutig identifiziert und unter Kontrolle sind.

Abgesehen von Madrid treffen aktuell aber auf  keine der 53 weiteren spanischen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die Kriterien, die zu diesem selektiven Lockdown führen würden. Autonome Regionen dürfen trotzdem jederzeit eigene verschärfte Maßnahmen treffen.

Werden die Kanaren betroffen sein?

Die Städte auf den Inseln, die mehr als 100.000 Einwohner haben, könnten von der neuen Regelung betroffen werden. Dazu gehören Santa Cruz und La Laguna auf Teneriffa sowie Telde und Las Palmas auf Gran Canaria. Diese Hauptstadt ist zurzeit am stärksten von Neuinfektionen betroffen. In den letzten 14 Tagen gab es in Las Palmas de Gran Canaria 260 Fälle pro 100.000 Einwohner. Darauf folgt die Hauptstadt Teneriffas mit 204 Infektionen auf 100.000 Bewohner. Die drittmeisten Fälle sind in Teneriffas Universitätsstadt La Laguna mit 142 Fällen auf 100.000 Einwohner. Die Intensivpflegestationen der Inseln haben aktuell eine Auslastung von 51,2 Prozent. Das sind 233 freie Betten von 477.

Sollten sich die Fallzahlen in Las Palmas de Gran Canaria verdoppeln, könnte auch Teil der Kanaren in diesen leichten Lockdown kommen.

Was bedeutet der leichte Lockdown für betroffene Gebiete?

Einschränkungen wird es vor allem für das soziale Leben und die Gastronomie geben. Treffen mit mehr als sechs Leuten werden verboten, Bars und Spielplätze geschlossen.

Die Kapazität bei Indoor-Gastronomie und Einkaufsläden wird auf 50 Prozent reduziert. Außen, wie auf Terrassen, sind es 60 Prozent. In der Gastronomie müssen Tische mindestens 1,5 Meter auseinander stehen und sind für maximal sechs Personen pro Tisch ausgelegt. Nach 22 Uhr dürfen keine neuen Gäste mehr bedient werden, geschlossen wird um 23 Uhr. Ausnahmen gelten nur für Lieferdienste.

Die Ein- und Ausreise in betroffene Gebiete wird verboten. Ausnahmen gibt es trotzdem: Arbeit, Gesundheit, Bildung, Heimkehr zum Wohnsitz, Unterstützung hilfsbedürftiger Personen, Gerichtsverhandlungen und ähnliches sind weiterhin gerechtfertigte Gründe, um Risikogebiete zu verlassen oder zu betreten.

Der Vorschlag des Gesundheitsministers liegt seit Mittwoch dem internationalen Rat des Gesundheitssystems (CISNS) vor. Mit einer Entscheidung ist vermutlich in den kommenden Tagen zu rechnen.

Quellenangaben

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