Lockerung der Ausgangssperre für die Kanaren

Lockerung der Ausgangssperre für die Kanaren

Die Bewohner der Kanaren sollen im Rahmen des Deeskalationsprozesses ab Montag wieder herausgehen dürfen. Am Mittwoch wurde verkündet, dass ab dem 27. April eine kontinuierliche Lockerung der Ausgangssperre auf den Kanaren durchgesetzt werden soll. Dann dürfen die Anwohner, mit Einschränkungen in Bezug auf Zeit und Gruppengröße, wieder auf die Straßen.

Lluís Serra-Majem_Professor an der Universität von Las Palmas de Gran Canaria
Lluís Serra-Majem Professor an der Universität von Las Palmas de Gran Canaria

Lluís Serra-Majem, Professor an der Universität von Las Palmas de Gran Canaria, ist Sprecher für das wissenschaftliche Komitee, welches die Regierung der Kanaren während der Corona-Krise berät. In einem Interview mit Canarias Radio erklärte er, dass dieser Schritt sinnvoll ist. Die Inseln sind eine der am wenigsten betroffenen Regionen in Spanien. „Wir wollen das Kinder, ältere Erwachsene und Personen aus den Risikogruppen ihren Platz haben. Sie werden von der Möglichkeit profitieren, Sport zu machen, sich sonnen und aus der Monotonie ausbrechen zu können“, sagte er. Allerdings wird nicht, wie vermutet wurde, mit den Inseln begonnen, die in den letzten Wochen keine oder kaum positive Fälle von COVID-19 hatten, wie La Graciosa, El Hierro und La Gomera. Der Weg aus der Quarantäne wird gemeinsam und in Phasen sein.

Deshalb ist beim Szenario auf den Kanaren noch keine Rede von einem bestimmten Datum oder einer Anzahl von Wochen. Die Geschwindigkeit der Deeskalation wird auch stark von der Tourismusbranche abhängen, welche den größten wirtschaftlichen Sektor der Inseln ausmacht. Fast jeder vierte Bewohner der Kanaren arbeitet im Tourismus. Serra-Majem stellt allerdings in Aussicht, dass bestimmte Hotels und Apartments im Mai öffnen könnten, wenn sie die Kapazität und Angestellten dafür haben. Was auf keinen Fall passieren wird, ist, dass alle touristischen Einrichtungen zur selben Zeit wieder öffnen. Dafür müsste man bis mindestens Juli warten. Er fügte hinzu, dass der Zugang zu Häfen und Flughäfen kontrolliert werden muss, um keinen Rückfall mit dem Coronavirus zu erleben. Außerdem möchte er durchsetzen, dass ab nächster Woche der Zugang zu Zweitwohnsitzen gewährt wird: „Es ergibt keinen Sinn, dass wir Schwierigkeiten dafür bekommen, einen Obstgarten zu pflegen. Es darf auch nicht sein, dass man eine Strafe von 600 Euro riskieren muss nur, um ein paar Hühner zu füttern.”

Der Vorschlag für die bedingte Aufhebung der Ausgangssperre auf den Inseln muss aber noch mit dem Komitee für Gesundheitskrisenmanagement besprochen werden, dessen Vorstand der kanarische Regierungschef Angel Victor Torres ist. Erst dann kann der Plan der Zentralregierung zur Ratifizierung vorgetragen werden. Wenn dem Deeskalationsplan stattgegeben wird, werden Bewohner der Insel ab Mai, natürlich unter Einhalt der Sicherheitsmaßnahmen, wieder an Strände und Pools gehen können. Restaurants könnten nach und nach unter bestimmten Bedingungen öffnen. Schwieriger wird es mit Bars, Clubs und allgemein mit Orten, an denen sich mehr als 50 Leute gleichzeitig aufhalten können.

Strand gesperrt - Kanarische Inseln
Strand gesperrt – Kanarische Inseln

Die Corona-Krise – Bürgermeister von Madrid hat Pläne

Der Bürgermeister von Madrid, José Luis Martínez-Almeida, hat am Mittwoch verkündet, dass der Stadtrat ebenfalls an einem Deeskalationsplan arbeitet. Dieser soll Konditionen für die Wiedereröffnung der Gastronomie beinhalten. Der Plan beschreibt Ideen, beispielsweise Terrassen von Bars anzupassen, um die Kapazität zu verringern, sowie Schutzmaßnahmen wie Folien anzubringen. In einem Gespräch mit Antena 3 sagte er, dass “sich jede verantwortungsbewusste Verwaltung momentan mit der Deeskalation beschäftigen sollte“, und forderte einen sofortigen Ansatz von der Zentralregierung, um mit den ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Krise umzugehen. Es gibt bereits Pläne Geschäfte mit Blick auf nötige Sicherheitseinschränkungen wieder zu öffnen. Man müsse auch Maßnahmen ergreifen um den öffentlichen Nahverkehr sicher nutzen zu können. Der Bürgermeister fügte hinzu, dass vor dem Herbst vermutlich keine Massenveranstaltungen stattfinden können. Solange es kein Gegenmittel für COVID-19 gibt, müsse man in ganz Spanien Vorsichtsmaßnahmen pflegen.

Quellenangaben

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Änderungen mit Vorbehalt.

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