Warum verhält sich das Corona-Virus so unterschiedlich?

Warum verhält sich das Corona-Virus so unterschiedlich?

Seit der spanischen Grippe 1918 hat es keine Pandemie mehr gegeben, bis das dritte Corona-Virus den ganzen Planeten in Aufruhr versetzte. Die Wissenschaftler müssen erst nach und nach herausfinden, wie es sich verhält und wie bekämpft werden kann. Besonders auffallend sind die Widersprüche, die beobachtet werden können. Warum verläuft die Erkrankung an COVID-19 bei den einen tödlich, während andere nur leichte oder sogar gar keine Symptome aufweisen? Kinder scheinen am wenigsten auf das Virus zu reagieren und auch manche Erwachsene bemerken nicht einmal, dass sie infiziert sind. Bei anderen wirkt sich eine Infektion so heftig aus, dass sie lebensbedrohlich und sogar tödlich sein kann. Und das gilt nicht nur für sogenannte Risikogruppen.

Experten Meinung

„Es gibt viele Diskussionen über die Faktoren, die zur Erklärung dieser Situation beitragen, von genetischen Merkmalen in einem Zellrezeptor namens ‚ACE2‘, über eine größere individuelle Anfälligkeit für frühere Pathologien wie Bluthochdruck oder Hypertonie, Sarkoidose, Diabetes, Fettleibigkeit zum Beispiel, bis hin zur Höhe der Dosis oder Viruslast, mit der die Person infiziert ist“, erklärt der Experte, Dr. Francisco José González Moraga, Facharzt für Anästhesie und Reanimation am Hospital General Universitario Gregorio Marañón in Madrid.

Möglicherweise handelt es sich  übermäßige Immunreaktionsmechanismen, die als Zytokin-Sturm bekannt sind. Dies wird durch eine Dysregulation von pro-inflammatorischen Mediatoren, sogenannten Zytokinen verursacht, die zu einer übermäßigen organischen Schädigung führen würde und die normale physiologische antivirale Reaktion des Patienten übersteigt. Deshalb könnte es sein, dass Menschen mit Vorerkrankungen oder ältere Menschen mehr gefährdet sind, weil sie weniger Antikörper produzieren können. Besondere Risikofaktoren sind Lungenerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes.
Eine weitere Beobachtung der Virologen ist, dass Frauen mit der Krankheit COVID-19 offenbar besser zurechtkommen als Männer und seltener schwere Verläufe aufweisen. Möglicherweise liegt das daran, dass sie eine höhere antivirale Reaktion haben. Das liegt an dem Molekül TLR7, das die RNA des Virus erkennt und auf de beiden X-Chromosomen  platziert ist. Die Frau hat zwei dieser Chromosome, während der Mann im Gegensatz dazu nur ein X-Chromosom hat. Dies könnte erklären, warum der weibliche Körper sich besser gegen das Virus wehren kann. Allerdings gilt auch hier, dass die Wissenschaftler noch ganz am Anfang ihrer Forschung stehen und nahezu wöchentlich neue Erkenntnisse hinzugewinnen, die ihr bisheriges Bild abrunden oder auch revidieren. Je mehr die Wissenschaft über das Virus weiß, umso wahrscheinlicher ist, dass eine wirksame Impfung oder Therapie entwickelt werden kann.

Quellenangaben

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Änderungen mit Vorbehalt.

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