Frauen leben länger aber schlechter

Frauen leben länger aber schlechter

Der letzte Bericht des kanarischen Instituts zur Gleichstellung von Mann und Frau weist weiterhin große Unterschiedeunter den Geschlechtern in den verschiedenen Lebensbereichen auf. Insgesamt ist die Bevölkerungsverteilung auf den Kanaren relativ ausgeglichen. Sie setzt sich zu 50,46 Prozent aus Frauen (Stand: 2018) zusammen, wobei in der Altersklasse bis 54 Jahre Männer leicht überwiegen, danach sind es die Frauen. Wobei gilt: Je älter, umso höher ist der Frauenanteil.

Hausarbeit und Kinderbetreuung wird vor allem von Frauen geleistet
Hausarbeit und Kinderbetreuung wird vor allem von Frauen geleistet

Zwar ist die Lebenserwartung der Frauen immer noch höher, aber Frauen sind aufgrund der Dreifach-Belastung gesundheitlich angeschlagener und entwickeln häufiger chronische Krankheiten. Männer sterben durch Stress, Risiken am Arbeitsplatz und eine meist ungesündere Lebensweise früher, aber die Lebensbedingungen der Frauen sind schlechter. Geschuldet wird das vor allem der hohen Belastung zwischen Beruf, Haushalt, der Betreuung von Kindern und älteren Menschen, die noch immer hauptsächlich von Frauen geleistet wird und der Pflege sozialer Kontakte.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass die Armut auch im 21. Jahrhundert vor allem feminin ist. Und das, obwohl mehr Frauen eine gute Ausbildung genießen. Bei Diplomarbeiten überwiegen mit knapp 61 Prozent die Frauen, Gleiches gilt in Bezug auf Master- und Doktorabschlüsse, wo über 53 Prozent auf Frauen entfallen. Und trotzdem verdienen Männer immer noch systematisch mehr als Frauen, wodurch ihre Kaufkraft und ihre Rentenansprüche automatisch höher sind. Sie werden bei Einstellungen und Beförderungen bevorzugt und erhalten häufiger Zusatzleistungen zum Gehalt. Hinzu kommen bei Frauen oft Fehlzeiten durch die Betreuung von Kindern und Senioren. Diese Faktoren führen dazu, dass das Phänomen Armut immer noch vornehmlich weiblich ist. Auch die Hausarbeit wird zum Großteil von Frauen übernommen.

Unterschiede zwischen Mann und Frau sind auch in der Freizeitgestaltung festzustellen. Sie verbringen etwa gleich viel Zeit mit dem Hören von Musik und im Internet. Aber danach klaffen die Aktivitäten auseinander. Mehr Frauen, 53 Prozent, schließen sich Vereinen und Organisationen an. Sie widmen sich dabei meist Aufgaben, die mit der Kirche, Solidarität, Betreuung von Kindern und Senioren oder mit der Nachbarschaft verbunden sind. Männer treten Vereinen vor allem in Bezug auf ihren Beruf, Sport oder aus politischen Interessen bei. Als bevorzugte Freizeitbeschäftigung geben Frauen die Familie, Fernsehen, das Lesen von Büchern, Theater-, Konzert- oder Ausstellungsbesuche an. Sie nehmen gerne an Kursen teil, zum Beispiel Tanzen, oder lernen andere Sprachen. Männer hingegen nutzen ihre Freizeit öfter, um mit Freunden auszugehen, für Kinobesuche, den Besuch von Sportveranstaltungen oder dem aktiven Betreiben einer Sportart sowie um Zeitungen und Zeitschriften zu lesen.

Die Gefängnisse sind übrigens vor allem mit Männern belegt. Nur knapp acht Prozent der Insassen spanischer Haftanstalten sind weiblich.

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