Das „Flüchtlingslager der Schande“ gibt’s nicht mehr

Das „Flüchtlingslager der Schande“ gibt’s nicht mehr

Das neue Flüchtlingslager in einer ehemaligen Schule in Las Palmas de Gran Canaria.

GRAN CANARIA | Die Situation am Hafen von Arguineguín im Süden von Gran Canaria hat sich nun endlich in eine Richtung bewegt, die effektive Auswirkungen hat. Nach dem Desaster , das im letzten Monat, unter der Verantwortung des spanischen Innenministers, Fernando Grande-Marlaska, im „Lager der Schande“ geschehen ist, sind die letzten Ereignisse zu begrüßen.

Am Hafen von Arguineguín wird zukünftig lediglich eine Gesundheitskontrolle durchgeführt und anschließend ein Transport in das neue Flüchtlingslager veranlasst. Das Auffanglager am Hafen erfüllte nicht ansatzweise die Menschenrechte der Migranten oder deren Würde. Insgesamt waren 2.600 Flüchtlinge auf einem Platz eingesperrt, der für 400 Menschen ausgelegt war. Die spanische Regierung hat monatelang keine Unterstützung geliefert, obwohl von der kanarischen Regierung, der lokalen Organe aus Mogán und der Bevölkerung selbst, eindringlich darum gebeten wurde.

Flüchtlings-Transfer auf das Festland

Der Kanarenpräsident Ángel Víctor Torres bestätigte gestern bereits, dass die Überfahrten auf das Festland begonnen haben. Die oberste Priorität bei den Transfers haben Minderjährige, die ohne Eltern oder sonstige Familienmitglieder auf der Insel ankommen. Zudem stehen Verhandlungen im Raum, dass auch Überführungen in die USA gemacht werden. Die kanarische Regierung versicherte, dass es keine Situation geben wird, wie 2006 auf Fuerteventura, als 16.000 Flüchtlinge, über drei Monate, auf der Insel festgesteckt haben.

Der nun geregelte Ablauf für die Flüchtlingsankunft auf den Kanaren sieht wie folgt aus: Die Migranten werden im Hafen von Helfern des Roten Kreuzes in Empfang genommen und unterziehen sich einer Gesundheitskontrolle. Anschließend werden sie in das neue Flüchtlingslager nach Las Palmas verlegt oder gegebenenfalls in das bereits aktive Lager im Barranco Seco.

Die Flüchtlinge verbringen ihre Zeit in den Lagern, bis die Überfahrt auf das Festland organisiert ist. Wie lange diese Wartezeit dauert, kann aufgrund von verschiedenen Aspekten, wie zum Beispiel der Gesundheitszustand, die Registrierung oder die Anspruchsabklärungen auf Asyl, nicht pauschalisiert werden. Flüchtlinge, die kein Asyl erhalten, stehen auf der Liste zur Rückführung in das Ursprungsland, wo die Verhandlungen mit den zuständigen Behörden und Regierungsstellen noch im Gange sind.

Neue Flüchtlingslager auf den Kanaren

Das neue Lager in der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria garantiert einen menschenwürdigen Aufenthalt. Seit dem 30. November ist das Lager aktiv und die Zelte stehen. Die alte Schule bietet Platz für 300 Personen. Insgesamt sollen 7.000 Plätze, in verschiedenen Teilen der Inseln Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura, geschaffen werden. Diese drei Inseln sind am stärksten von der Flüchtlingskrise auf den Kanaren betroffen. Auf Teneriffa ist ein Flüchtlingslager in Vorbereitung, das in der Gemeinde El Rosario erbaut werden soll . Dieses stößt jedoch, aufgrund seiner Lage, auf Gegenwehr beim Migrationsamt.

In Las Palmas stellt die Regierung ein Militärgebäude zu Verfügung, das Platz für 650 Menschen bietet und die Bankia stellt ein Lagerhaus im Hafen von Las Palmas, das eine Kapazität für 550 Personen auf 7.000 m² ermöglicht. Hinzu kommt das Barranco Seco mit 500 Plätzen. Diese Unterbringungsmöglichkeiten sind in den letzten Wochen, durch die langersehnte Unterstützung aus Spanien, entstanden. Viele Optionen waren beschränkt, weil Spanien und auch der Innenminister Grande-Marlaska, einfach nicht reagiert haben.

Die spanische Regierung hat dazu am 1. Dezember einen Beschluss erlassen, 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, um die Flüchtlingskrise besser abzufangen. Die Gelder stammen aus dem Notfallfonds, der von der Europäischen Union errichtet wurde. Die Flüchtlingskrise auf den Kanaren ist zum Notfall erklärt worden und somit ein Bestandteil des Fonds. Die Mittel sollen eingesetzt werden, um die Lager zu unterhalten. Hinzu kommt, dass im nächsten Jahr die Zelte, gegebenenfalls in Gebäude oder Container, umgebaut werden .

Quellenangaben

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