Corona in Deutschland – Wie notwendig ist der harte Lockdown?

Corona in Deutschland – Wie notwendig ist der harte Lockdown?

Deutschlandkarte und die betroffenen Regionen – Die Lockdown Ursache.

DEUTSCHLAND 🇩🇪 | Seit Mittwoch, 16.12., gilt in Deutschland wieder ein „harter Shutdown“. Das hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer am Sonntag entschieden. So soll die zuletzt immer weiter ansteigende Zahl an Corona-Neuinfektionen gesenkt werden.
Seit Anfang November war Deutschland im „Teil-Shutdown“. Mit der Schließung von Gastronomie, Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Kontaktbeschränkungen, sollte den seit Oktober wieder stark ansteigenden, Corona-Infektionen in Deutschland entgegengewirkt werden. Dieser Effekt blieb jedoch aus. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg besonders in der letzten Woche deutlich an. Am Dienstag, den 15. Dezember, meldete das Robert-Koch-Institut mit 952 Toten innerhalb von 24 Stunden den bisherigen Corona-Höchstwert in Deutschland.

Nur wenige Tage zuvor, am 8. Dezember, empfahl die nationale Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ einen „harten Lockdown“ über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel. So könnten die Feiertage genutzt werden, um die Anzahl der Neuinfektionen zu senken.

Die Leopoldina stützt ihre Empfehlung auf Erfahrungen in Ländern wie Irland. Im Oktober wurden hier strenge Maßnahmen über einen kurzen Zeitraum eingesetzt, was zu einer Senkung der Infektionszahlen beitrug. In Deutschland führte der lockere „Teil-Lockdown“ hingegen zu keiner Verringerung der Neuinfektionen.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht hält die Leopoldina einen „harten Shutdown“ für notwendig. So hieß es in einem Statement der Akademie, dass eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zwar kurzfristig zu finanziellen Verlusten führe, aber nur so der Zeitraum, bis die Neuinfektionen gesunken sind, verkürzt werden könnte und Lockerungen wieder möglich würden. Und auch Ökonomen, wie der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, unterstützen die Maßnahmen. So schrieb er in einem Tweet vom 13. Dezember, dass über Weihnachten Schulen und viele Betriebe sowieso geschlossen sind und dass ohne Verschärfungen, ab Mitte Januar ein noch härterer und längerer Lockdown drohe.

Die Lockdown-Entscheidung

Bund und Länder trafen sich deshalb am Sonntag, um über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu entscheiden. Dabei einigte man sich auf einen „harten Shutdown“ vom 16. Dezember bis 10. Januar.
Mit dem „harten Shutdown“ kommen zu den vorherigen Maßnahmen noch weitere strengere Regelungen dazu. So müssen nun alle Geschäfte, außer der des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken, schließen. Auch körpernahe Dienstleistungen wie Friseursalons, Massagepraxen und Tattoo-Studios dürfen nicht öffnen. In den Schulen wird die Präsenzpflicht ausgesetzt und auf Distanzlehre umgestiegen. Außerdem werden bis auf Ausnahmen in einigen Bundesländern auch die Kitas geschlossen.
Firmen und Behörden sollen entweder in Betriebsferien gehen oder, wenn möglich, das Arbeiten im Home-Office anbieten. Das ist jedoch keine Vorschrift, sondern nur ein Appell an die Betriebe. Auch Reisen im In- und Ausland werden nicht verboten. Trotzdem raten Bund und Länder davon ab.
Die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen an den Feiertagen bleiben für Weihnachten bestehen. Vom 24. bis 26. Dezember darf sich ein Haushalt mit 4 Personen eines anderen Haushalts treffen. Unter 14-jährige Kinder werden dabei nicht mitgezählt. An Silvester und Neujahr sollen diese Lockerungen aber nicht mehr gelten. Wie auch im „Teil-Lockdown“ dürfen sich an diesen Tagen nur maximal 5 Personen aus zwei Haushalten treffen.
Am 5. Januar treffen sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut, um zu entscheiden wie es nach dem 10. Januar weitergehen soll. Sollten die Infektionszahlen bis dahin nicht deutlich sinken, ist von einer Verlängerung des „harten Shutdowns“ auszugehen.

Hinweis der Redaktion

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Die aktuelle Lage hinsichtlich sämtlichen Themen zu Corona können sich jederzeit ändern.

Bitte beachten Sie das Datum der Publikation, um Missverständnissen vorzubeugen.

Quellenangaben

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