Die Moria-Tragödie im Fokus

Die Moria-Tragödie im Fokus

Zerstörtes WohngebĂ€ude im FlĂŒchtlingslager in Moria Griechenland.

MORIA – GRIECHENLAND | Am Dienstag in der Nacht auf Mittwoch waren im FlĂŒchtlingslager in Moria auf der griechischen Insel Lesbos mehrere Feuer in einem FlĂŒchtlingslager ausgebrochen. 25 Feuerwehrleute mit zehn Löschfahrzeugen versuchten vergebens, die BrĂ€nde unter Kontrolle zubringen. Die Flammen breiteten sich schnell aus und zerstörten nicht nur Wohnraum, sondern auch die komplette Logistik des Lagers. Die griechische Regierung gab am 10. September in einer öffentlichen Pressemeldung bekannt, dass nach jetzigem Stand der Untersuchungen mehrere FlĂŒchtlinge das Feuer selber gelegt hatten. Der griechische Pressesprecher, Stelios Petsas:. „Die Brandstifter haben das Feuer gelegt, weil sie Asyl beantragt haben und wegen der auferlegten Corona-QuarantĂ€ne dieses Asyl nicht bekommen haben.“ Er betonte „Die FlĂŒchtlinge werden die Insel nicht verlassen. Das einzige, was die Brandstifter erreicht haben ist, dass ĂŒber 13.000 Menschen obdachlos sind und ein Bild vermittelt wurde, bei dem jedes andere Land eine Aufnahme der FlĂŒchtlinge verweigert. Die Brandstifter haben nichts Positives erreicht, weder im eigenen noch im Sinne der restlichen FlĂŒchtlinge.“

Allerdings blieben in dieser PresseerklĂ€rung einige Dinge ungesagt. Dazu gehört die Tatsache, dass die FlĂŒchtlinge von Moria nicht seit der QuarantĂ€ne auf die Möglichkeit warten, Asyl zu beantragen, sondern teilweise bereits seit Jahren. Ebenfalls unerwĂ€hnt blieb von griechischer Seite, dass diese FlĂŒchtlinge ebenfalls seit Jahren unter menschenunwĂŒrdigen UmstĂ€nden hausen mĂŒssen, die in der aktuellen Corona-Situation eine rasante Beschleunigung von Infektionen ermöglichen.

Positiv getestete FlĂŒchtlinge nicht auffindbar

Stelios Petsas ergĂ€nzte weiter, dass von 35 positiv getesteten Migranten nur acht wieder lokalisiert werden konnten. 28 weitere FlĂŒchtlinge sind unauffindbar und bergen ein großes Risiko, das Coronavirus weiterzuverbreiten. In den nĂ€chsten Tage will Athen aufgrund der neuen aktuellen Lage ca. 19.000 Coronatests durchfĂŒhren. Selios Petsas und die ganze griechische Regierung befĂŒrchten eine Ausbruchswelle auf der Insel Lesbos und appellieren an die Bevölkerung, sich strikt an die Corona-Maßnahmen zu halten. Die Behörden seien auf die Mithilfe von allen angewiesen, um positiv getestete Migranten schnell wieder in QuarantĂ€ne zu bringen.

Europa hilft in der Moria-Krise

Wie am Donnerstag beschlossen, wollen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron knapp 400 minderjĂ€hrige, unbegleitete Kinder auf verschiedene EU LĂ€nder verteilen. Die avisierte Zahl kann sich jedoch in den kommenden Tagen noch Ă€ndern. Die Niederlande beteiligen sich mit der Aufnahme von 100 FlĂŒchtlingen und Norwegen erklĂ€ren sich bereit 50 FlĂŒchtlinge aufzunehmen. Die niederlĂ€ndische Regierung hatte sich bis am Donnerstag noch geweigert, FlĂŒchtlinge aus Moria aufzunehmen. Auf Druck von Deutschland und Frankreich hatten die Niederlande dann doch noch eingelenkt. Der griechische Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos erklĂ€rte jedoch beim Nachrichtensender Skai, „Jeder FlĂŒchtling, der denkt aufs Festland gebracht zu werden, um anschließend nach Mitteleuropa wie zum Beispiel nach Deutschland flĂŒchten zu können, werde dies nicht umsetzen können. Wir wissen das zu verhindern.“. Der deutsche CDU-Politiker und Entwicklungsminister, Gerd MĂŒller, sagte zu dem Thema der FlĂŒchtlingsaufnahme, „Wir mĂŒssen mit einem Zeichen der HumanitĂ€t vorangehen.“. Er betonte jedoch die Aufnahme nur fĂŒr solche Migranten, die bereits ein Asylverfahren durchlaufen haben, „Es soll nicht das GefĂŒhl entstehen, dass einfach ein FlĂŒchtlingslager in Brand gesetzt werden kann, um nach Deutschland zu kommen.“, sagte der Entwicklungsminister zum Schluss.

Quellenangaben

JETZT DIESEN BEITRAG MIT FREUNDEN TEILEN

Wie interessant oder hilfreich finden Sie diesen Artikel?

Klicke Sie auf die Sterne, um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil Sie diesen Beitrag nĂŒtzlich fandest...

Folge uns in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag fĂŒr Sie nicht interessant oder hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?