Neuseeland legalisiert die Sterbehilfe

Neuseeland legalisiert die Sterbehilfe

Sterbehilfe darf in Neuseeland ab dem kommenden Jahr angewendet werden.

NEUSEELAND | Sterbehilfe ist auch im Jahr 2020 immer noch ein Thema, das stark debattiert wird. Durch einen stark polarisierenden Präzedenzfall in Neuseeland wurde bereits am 13. November 2019 zu diesem Thema einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Die todkranke Lecretia Seales kämpfte vor Gericht dafür, Sterbehilfe anwenden zu dürfen. Am Freitag wurde der Gesetzesentwurf nun durch ein eindeutiges Referendum genehmigt. Neuseeland ist somit das erste Land, dass dies durch ein öffentliches Verfahren umsetzt. Die Niederlande dagegen waren das erste Land, das die Sterbehilfe genehmigt hat  – allerdings nicht durch ein öffentliches Referendum. Weitere Länder wie Deutschland, Belgien, Kolumbien, Luxemburg und die Schweiz sowie mehrere Staaten von Australien und auch der USA, haben spezifische Gesetzesregelungen definiert. Neuseeland wird das neue Gesetz, dass mit 65,2 % Stimmen durchgewunken wurde, ab dem 06. November 2021 in Kraft treten lassen. Das Gesetz setzt jedoch gewisse Voraussetzungen für die Umsetzung.

Berechtigt für die legale Sterbehilfe ist ein volljähriger Patient, der maximal noch sechs Monate zu leben hat und eine unerträgliche Krankheit hat, die nicht heilbar ist. Des Weiteren muss der Patient bei voller Entscheidungskraft und freiwillig den Antrag einreichen. Dazu darf nur ein registrierter Arzt die tödliche Injektion durchführen und muss den Patienten bis zum Eintritt des Todes begleiten, damit bei Komplikationen sofort medizinische Hilfe geleistet werden kann.

Der Parteivorsitzende der ACT, David Seymour, unterstützt die Kampagne und den Gesetzesentwurf mit vollem Einsatz. „Mit diesem Gesetz wird Neuseeland nicht nur menschenfreundlicher und mitfühlender sowie humanitärer, sondern wir respektieren damit auch die Wünsche der betroffenen Patienten. Es sollte überall das Recht bestehen, dass jeder Mensch selber entscheiden darf wie lange er noch leiden möchte oder kann.“, so Seymour.

Quellenangaben

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