Die Tragödie von Doudou auf der Kanaren-Route

Die Tragödie von Doudou auf der Kanaren-Route

Ein Bild von dem 14-jährigen Doudou aus Afrika, der während der Überfahrt verstorben ist.

AFRIKA | Eltern wissen, wie schwer es sein kann, seinen eigenen Kindern jeden Wunsch zu erf√ľllen. In wirtschaftlich schwierigen Regionen wie Afrika sind solche Ziele noch schwieriger umzusetzen, als in gut situierten Gebieten wie Europa. Mamadou Lamine Faye wollte seinem Sohn einen Wunsch erf√ľllen und wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Der 14-j√§hrige Doudou hatte nur einen Traum seitdem er ein kleines Kind war: er wollte in Italien Fu√üballprofi werden. Diesen Wunsch versuchte ihm sein Vater zu erf√ľllen. Er verkaufte alles, was er besa√ü und holte bei seinem Arbeitgeber einen sechsmonatigen Gehaltsvorschuss, damit er rund 600 Euro zusammen hatte, um einen Schleuser bezahlen zu k√∂nnen, der seinen Sohn auf die Kanaren bringt, wo er anschlie√üend auf das Festland weitergezogen w√§re, um von dort nach Italien zu kommen.

Sein Sohn ist w√§hrend der √úberfahrt auf die Kanaren krank geworden und, nach Aussagen der anderen Fl√ľchtlingen, auf dem Boot verstorben. Sie haben ihn anschlie√üend √ľber Bord geworfen, um das Risiko weiterer gesundheitlicher Erkrankungen auszuschlie√üen, weil ungewiss war, wie lange sie noch unterwegs sein w√ľrden. Nach Angaben der internationalen Migrations-Organisation (OIM) sind im Jahr 2020 bereits 500 Menschen auf hoher See, beim Versuch den Atlantik zu √ľberqueren, verstorben. Im Jahr 2019 waren es 210, was einen Anstieg von √ľber 50 Prozent ausmacht.

Vater von Doudou verurteilt

Der Vater wurde von einem senegalesischen Gericht wegen fahrl√§ssiger Gef√§hrdung verurteilt, jedoch vom Vorwurf des Menschenhandels freigesprochen. Das Gericht erkannte an, dass der Vater alles aufgegeben habe, um seinem einzigen Kind einen Wunsch zu erf√ľllen und ihm somit ein besseres Leben zu erm√∂glichen. Kein Elternteil w√ľrde sein eigenes Kind auf diese Todesroute f√ľr den eigenen Profit schicken. Es sei zwar eine Trag√∂die, dennoch aber m√ľsse eine Rechtsprechung stattfinden, berichtete eine lokale Zeitung .

Quellenangaben

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