Die aktuelle Tourismus-Saison ist zerstört

Die aktuelle Tourismus-Saison ist zerstört

Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla Herrera. / Archiv

KANAREN 🇮🇨 | Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die kanarische Regierung versucht Maßnahmen zu ergreifen, um die Tourismus-Saison abzufangen. Der Tourismus, der in direktem Zusammenhang mit dem Hotel- und Gastgewerbe steht, war einer der Sektoren, die am stärksten von der Pandemie betroffen sind und waren. Tausende Arbeitnehmer mussten in ERTE oder sich sogar beim Arbeitsamt anmelden aufgrund der Schließung des Arbeitgebers.

Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla Herrera hatte sich innerhalb der Regierung immer bemüht, neue Wege und Vorschläge umzusetzen, um die ganze Tourismus-Saison abfangen zu können, leider ohne Erfolg, wie Castilla nun eingestehen musste.

Die Tourismus-Saison ist bis zum Sommer nicht zu retten

„Wir haben alles versucht und mehrere Wege vorgestellt, die Tourismus-Saison auf den Kanaren abzufangen, die so leidet während der ganzen Corona-Pandemie“, sagte Castilla. Die wirtschaftlichen Einbußen und Schließungen haben wie ein Domino-Effekt gewirkt und einen Stein, nach dem anderen zu Boden gerissen. Die Tourismus-Saison für das erste Halbjahr ist schlicht gesagt, zerstört. Die Hotels sind zurzeit zu 10 Prozent ausgelastet und 6 Prozent der Betriebe im gesamten Sektor sind bereits geschlossen.

Die Ministerin sowie viele Vertreter von Verbänden im Tourismus-Sektor wie die FEHT , hoffen auf einen Aufschwung im Sommer. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch, dass mindestens 70 Prozent der kanarischen Bevölkerung geimpft sind, um die Inseln als absolut sicheres Reiseziel zu deklarieren. Ebenso ist sehr wichtig, wie sich die aktuelle Lage in ganz Europa entwickelt. Großbritannien, Deutschland und die nördlichen Länder sind essenziell für die Kanaren und für die Tourismus-Saisons.

Zurzeit haben auch die Fluggesellschaften drastische Reduzierungen bezüglich der Flugangebote vorgenommen. Die Lage in den Ursprungsländern in Europa benötigt ebenfalls noch Zeit, um sich zu stabilisieren. Hinzu kommen die Mutationen, die noch immer nicht alle bekannt und richtig analysiert worden sind.

Wer hat schuld an dem Schlamassel

Eine Schuldzuweisung, wer dieses Szenario zu verantworten hat, kann nicht so einfach gemacht werden. Alle standen das erste Mal vor einer solchen Herausforderung hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit, sowie den Auswirkungen auf die Wirtschaft. In sozialen Netzwerken tendiert die Schuldzuweisung in Richtung kanarische und spanische Regierung.

„Hätten die Vollidioten in Madrid doch nur die Antigen-Tests erlaubt“ – „Die zerstören den Tourismus bewusst, weil sie von Bill Gates gekauft wurden“ – „Sanchéz und Torres überleben diese Krise nicht“. Das sind nur einige negative Meinungen, die in den sozialen Netzwerken kursieren.

Die Aussagen beginnen bei den absurdesten Verschwörungstheorien, die sogar mit Aliens zu tun haben, bis hin zu den Flüchtlingen und, dass diese die Schuld tragen an dem wirtschaftlichen Einbruch auf den gesamten Kanaren.

Die Fehlentscheidungen der Regierungsmitglieder auf den Kanaren und in Spanien, die Flüchtlings-Krise auf den Kanaren, die verantwortungslosen Handlungen von organisierten Partys auf privaten Grundstücken und auf Booten , das Nichteinhalten der Maßnahmen, das Herunterspielen der aktuellen Lage und mit Sicherheit sind auch politisch ausgerichtete Hintergründe maßgebend gewesen. Am Ende des Liedes müssen wir jedoch alle ein Stück der Verantwortung für das Ergebnis der jetzigen Tourismus-Saison übernehmen, weil alle mithelfen mussten und Verluste zu erleiden hatten, ob wirtschaftliche oder zwischenmenschliche.

Die Hoffnung ist noch nicht zerstört

Yaiza Castilla Herrera ist aber weiterhin voller Hoffnung für den Sommer und die anstehende Tourismus-Saison. „Ja, die aktuelle Tourismus-Saison haben wir verloren, aber wir sind auf einem sehr guten Weg, um einen Zustrom für den Sommer erwarten zu können“, äußerte Castilla. Die Verbände und Fluggesellschaften setzen ebenfalls große Erwartungen in den Sommer 2021. Die Impfungen laufen überdurchschnittlich gut auf den Kanaren und die Ministerin setzt sich weiterhin stark für den Sektor ein. Sie übt massiven Druck aus, um weitere Direkthilfen in Form von finanziellen Mitteln für den Bereich zu beschaffen.

Zurzeit sind rund 400 Millionen Euro Direkthilfe geplant , wobei diese auf Aussetzungen und Verschiebungen im Steuerbereich fokussiert sind. „Die Betriebe benötigten finanzielle Mittel, um einer Schließung zu entgehen. Die Verschiebung der Steuerschulden löst das Problem nicht und gewährleistet nicht den Erhalt der Betriebe“.

„Ja, die Kanaren und Spanien werden sich massiv verschulden müssen, um diese finanziellen Mittel zu beschaffen“, sagte Castilla. Die Verlängerung der ERTE war mit Sicherheit eine positive Maßnahme, jedoch können die Betriebe die anfallenden Kosten nicht mehr lange tragen und eine Schließung wäre die letzte Konsequenz.

Castilla fordert ebenfalls stärkere und effektivere Hilfe von der spanischen Regierung, insbesondere vom Innenminister Fernando Grande Marlaska, der in den vergangenen Monaten nicht wirklich durch seine Effizienz bezüglich der kanarischen Flüchtlings-Krise hervorgetreten ist. Die spanische Regierung muss endlich effektiver in die Verantwortung treten und konstruktiver mit der kanarischen Regierung zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden. Es kann nicht im Interesse der spanischen Regierung sein, dass es zu der wirtschaftlichen Lage auch Todesopfer unter den Flüchtlingen geben muss, bevor Spanien endlich aktiv mitwirkt und nicht nur passiv von der Reservebank zuschaut.

Hinweis der Redaktion

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Die aktuelle Lage hinsichtlich sämtlichen Themen zu Corona können sich jederzeit ändern.

Bitte beachten Sie das Datum der Publikation, um Missverständnissen vorzubeugen.

Aktuelle Informationen zum Thema Corona auf den Kanaren sowie den geltenden Einschränkungen und aktuelle Corona-Zahlen, erhalten Sie auf unserer Corona-Informationsseite .

Quellenangaben

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