Strenge Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperre überall.
Strenge Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperre überall.
Gespenstisch leere Strände mitten im Herzen des touristischen Südens
Gespenstisch leere Strände mitten im Herzen des touristischen Südens

Noch einmal gelang dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez vergangene Woche, die Verlängerung des Corona-Alarmzustandes bis zum 26. April. Und auch danach ist noch nicht das normale  Leben möglich, in dem sich die Menschen auf Plätzen und in den Straßen wiederfinden. Das Corona-Virus hat in Spanien bislang eine Bilanz von 172.541Infizierten und 17.489 Toten hinterlassen. Auf den Kanaren haben sich 1.944 Menschen infiziert. (Stand: Dienstag, 14. April. 10.40 Uhr, aktuelle Zahlen Corona-Virus) Sánchez betonte, dass die Maßnahmen, so gravierend sie auch seien, gegriffen haben und die Todes- und Neuinfizierungszahlen rückläufig seien. Das bestätigte auch Inselpräsident Ángel Víctor Torres nach der Osterwoche. Eine gute Nachricht. Doch auch er kann nicht sagen, wie lange das Leben der Einwohner noch auf den Kopf gestellt sein wird. Seit dem gestrigen Montag sind die Auflagen zumindest so gelockert, dass Arbeitnehmer, deren Firmen noch aktiv sind, an den Arbeitsplatz zurückdürfen. Die Ausgangssperre besteht weiterhin. Eine zu schnelle Lockerung berge die Gefahr eines Rückschlags und dann sei die kollektive Anstrengung der vergangenen Wochen völlig umsonst gewesen. Das möchte natürlich niemand.

Ministerpräsident Sánchez lässt sich von Experten beraten, wie eine schrittweise Rückkehr in den Alltag gelingen kann. Sicherlich werden weiterhin strenge hygienische Vorschriften gelten. Wie Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel, wie sie derzeit in den Supermärkten im Gebrauch sind. Von Woche zu Woche werde die Zahl der Neuinfizierungen geprüft und auf Basis dessen über weitere Schritte zur Lockerung entschieden. Ein besonderes Augenmerk legen die Wissenschaftler auf die Erfassung von Daten. Besonders interessant ist, wie viele Menschen, das Corona-Virus eventuell unbemerkt hatten und Antikörper gebildet haben. Je mehr Menschen immun sind, umso schneller schreitet die sogenannte Herdenimmunität voran. Solange keine Impfung verfügbar ist, ist dies der einzige Weg zurück in die Normalität. Bis es soweit ist, wird den Menschen viel Geduld abverlangt.

Auch für Kanarenpräsident Torres ist klar, dass das Leben nach der Pandemie ein anderes sein wird. Gerade weil der Archipel vom Tourismus abhängig wird, werden die Folgen des kompletten Shutdowns noch lange nachwirken, so die Befürchtung. „Die Krise hat uns aber auch gezeigt, dass wir trotz der Tatsache, dass Tourismus immer unser Hauptantrieb sein wird, wir für mehr Diversität sorgen müssen. Auch der Umstieg auf erneuerbare Energie und die Förderung unserer eigenen Lebensmittelversorgung durch lokale Landwirtschaft und Lebensmittelbetriebe sind wichtige Faktoren“, erklärte er.

 

Wohnungskoller

Obwohl die meisten Inselbewohner die Ausgangssperre mit Verständnis und geduldig hinnehmen, geraten viele doch so langsam an die Grenze ihrer Strapazierfähigkeit. In den meisten Haushalten wurde geputzt und ausgemistet, um die Zeit zu Hause sinnvoll zu nutzen. Doch noch nicht einmal renovieren geht, wenn man sich nicht vorher mit den notwendigen Materialien eingedeckt hat. Es wird gelesen und gehandarbeitet, gemalt oder mit digitalen Medien gespielt. Das abendliche Klatschen um 19 Uhr, um allen die im Gesundheitswesen an vorderster Front kämpfen, zu danken, ist schon ein liebgewonnenes Ritual, das irgendwie Gemeinschaft schafft, auch wenn man vom Nachbarn derzeit nicht viel sieht. Dennoch irgendwann ist „Schluss mit lustig“ und es wünscht sich jeder, dass er wenigstens wieder zum Spaziergang mit der eigenen Familie aus dem Haus gehen dürfte. „Meine Tochter ist sieben. Sie weinte neulich bitterlich und meinte: Mami ich will gar nichts unternehmen. Ich möchte einfach nur raus auf die Straße“, erzählt eine Mutter. Alle bei Laune zu halten, sich nicht gegenseitig auf die Nerven zu gehen und angesichts dessen, dass keiner so recht weiß, wie es danach wirtschaftlich weitergeht und wie schnell sich der Tourismus erholen wird, ist eine Herausforderung, der sich momentan alle gegenübersehen und die wir gemeinsam meistern müssen. Es wird auch wieder bessere Zeiten geben und aus Krisen kann eine neue Stärke erwachsen. An dieser Hoffnung halten derzeit alle fest.

Quellenangaben

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Änderungen mit Vorbehalt.

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