Demonstrationen gegen Sportstudio-Schließungen

Demonstrationen gegen Sportstudio-Schließungen

Demonstranten forderten bereits im Januar die Wiedereröffnung von Fitnessstudios.

KANAREN 🇮🇨 | Fachleute aus dem Sport- und Gesundheitssektor und ihre Kunden fordern die Wiedereröffnung von Sportstudios auf den Inseln. Diese bringen aber ein höheres Ansteckungsrisiko mit sich.

„Wir sind Gesundheit und Wellness. Wir sind nicht das Problem, wir sind die Lösung “ riefen Demonstranten auf Teneriffa, die in einer Gruppe von mindestens 400 Personen gegen die Schließungen von Sportstudios protestierten. Immerhin habe Sport einen großen Einfluss auf die geistige und körperliche Gesundheit von Menschen. Viele Personen müssen aus gesundheitlichen Gründen Sport treiben. Auch auf Gran Canaria wurde mit der Forderung demonstriert, dass Sportstudios wieder öffnen sollen. Immerhin garantiert ein Großteil dieser Sportstudios die Einhaltung der geltenden Coronaregeln, da ausreichend Platz ist, gelüftet und Abstand gehalten werden kann. Obwohl einige Trainer mit dem Einsetzen des Lockdowns angefangen haben, online Sportstunden zu geben, sei das nicht dasselbe. Sie können keine Körperhaltung kontrollieren oder Verletzungen vorbeugen.

Mit Lanzarote in Alarmstufe 4 und Gran Canaria in Stufe 3 im kanarischen Ampelsystem müssen beide Inseln die größten Einschränkungen der Kanaren hinnehmen. Nichtprofessionelle Sportler dürfen nur einzeln draußen trainieren und alles Sportliche ohne einen Mindestabstand von zwei Metern ist verboten.

Sportstudios fördern Gesundheit

„Bei der Pandemie gibt es zwei Arten von Betroffenen: Menschen, die an einer Krankheit leiden, und diejenigen, die unter den Folgen leiden, wenn sie nicht rechtzeitig medizinisch versorgt werden“, erklärte die Physiotherapeutin Mónica Vargas, die das Institut für fortgeschrittene Physiotherapie auf Lanzarote leitet. Gerade ein sitzender Lebensstil bringe erhebliche gesundheitliche Schäden mit sich, sie erinnerte aber auch daran, dass Rehabilitationszentren weiterhin geöffnet sind.

Personen mit körperlichen Pathologien, die aufs Training angewiesen sind, können also trotz Lockdown beispielsweise zur Physiotherapie. Sportstudios dienen aber der Prävention und Gesundheitsverbesserung. Sie macht sich vor allem auch Sorgen um schwangere Frauen. Neben Muskeltraining geht es bei der Geburtsvorbereitung auch um das Erwerben körperlicher Fähigkeiten, welche die Geburt und die Zeit danach erleichtern. Das Wegfallen dieser Kurse gefährde die Gesundheit der Frauen. Dazu kommt, dass Beratungen häufig nur noch telefonisch stattfinden.

Eine junge Dame im Fitnessstudio beim Training während Corona. / Quelle: TFA Archiv
Eine junge Dame im Fitnessstudio beim Training während Corona. / Quelle: TFA Archiv

Hohes Ansteckungsrisiko in Sportstudios, Restaurants und Cafés

Als nach Teneriffa auch auf Gran Canaria die Sportzentren geschlossen wurden, war die Bevölkerung verwirrt. Warum müssen gesundheitsfördernde Einrichtungen schließen und Einkaufszentren dürfen geöffnet bleiben?

„Es hat mit den hohen Übertragungsmöglichkeiten in Räumen zu tun, in den sich Personen viel bewegen und intensiv atmen. In einem Geschäft verbringt man weniger Zeit und atmet nicht so schwer ein und aus“, erklärte José Luis Alonso, der Präsident der Kanarischen Gesellschaft für öffentliche Gesundheit .

Laut den Angaben des Gesundheitsministeriums gab es in dem Sportsektor der Inseln zwei bestätigte Ausbrüche. Bei einem Fitnessstudio in Telde auf Gran Canaria wurden sieben positive Testergebnisse gemeldet. Auf einem Sportplatz Gran Canarias gab es einen weiteren Ausbruch mit sechs Infizierten in einer Fußballmannschaft. Eine Studie der Fachzeitschrift Nature deutet zudem darauf hin, dass Fitnessstudios, Restaurants und Cafés die Orte sind, an den es am ehesten zu Ansteckungen und Ausbrüchen kommt.

Hinweis der Redaktion

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Die aktuelle Lage hinsichtlich sämtlichen Themen zu Corona können sich jederzeit ändern.

Bitte beachten Sie das Datum der Publikation, um Missverständnissen vorzubeugen.

Aktuelle Informationen zum Thema Corona auf den Kanaren sowie den geltenden Einschränkungen und aktuelle Corona-Zahlen, erhalten Sie auf unserer Corona-Informationsseite .

Quellenangaben

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