Eine Initiative mit Zukunft

Eine Initiative mit Zukunft

Die beiden Facebook-Gruppen „Wir helfen Teneriffa“ und „Nadie sin Comer“ haben gemeinsam Hilfe fĂŒr viele Menschen auf Teneriffa gewĂ€hrleistet. Am vergangenen Samstag, den 18.07.2020, haben sich viele der Mitglieder in diesem Zusammenhang ein letztes Mal getroffen. Die Veranstaltung durfte auf der Finca San Juan im Norden Teneriffas mit UnterstĂŒtzung von Melanie Gerhardt und dem ganzen Hotel-Team, durchgefĂŒhrt werden. Die Entertainerin Luna Seven hat mit stimmungsvoller Musik durch die Veranstaltung gefĂŒhrt. Die Stimmung wĂ€hrend der Veranstaltung war sehr ausgelassen und familiĂ€r. SelbstverstĂ€ndlich haben sich die Organisatoren und alle Beteiligten stets bemĂŒht, sich an die aktuellen Maßnahmen zuhalten die zurzeit wichtig sind.

Die Initiative
Die GrĂŒnder Mary und Wolfgang Kortus haben in einem emotionalen Moment im April entschieden, einigen Menschen ĂŒber die Nachbarschaftshilfe „Nadie sin Comer“ Lebensmittelspenden zukommen zu lassen. Sie hĂ€tten nicht erwartet, dass diese Handlungen so viral gehen und so großen Anklang finden. In kĂŒrzester Zeit wollten sich immer mehr Menschen daran beteiligen. Es schlossen sich neben Residenten auch viele Teneriffa-Freunde aus ganz Europa an. Jeder der Mitglieder wollte auf diese Art etwas an die Menschen zurĂŒckgeben, die sie so herzlich auf der Insel aufgenommen hatten oder als Tourist immer wieder willkommen heißen. Auf der Insel Teneriffa sind wir zu Gast und die Insel gibt uns so viel. Nicht nur kulturell und auf die Natur bezogen. Die Einheimischen sind immer freundlich und hilfsbereit. Jetzt, wo es vielen Einheimischen schlecht geht, sollte es an uns sein, die BedĂŒrftigen zu unterstĂŒtzen. Vielen von uns geht es doch gut, da darf gerne etwas an die Menschen verteilt werden, die es nicht so gut haben, wie wir.“, Ă€ußerte sich Mary.

Die Gruppe, „Wir helfen Teneriffa“ konnte annĂ€hernd 18.000 Euro Spenden einsammeln und circa 8 Tonnen an Lebensmittel einkaufen und an die BedĂŒrftigen ĂŒber die private Nachbarschaftshilfe „Nadie sin Comer“ verteilen. Mary berichtete immer zeitnah und sehr transparent ĂŒber die von ihr persönlich begleiteten EinkĂ€ufe und die inselweiten Verteilungen durch die Freiwilligen von der Gruppe „Nadie sin Comer“ an die bedĂŒrftigen Familien. Wolfgang, der Schatzmeister und Ehemann von Mary Kortus, hatte akribisch Buch gefĂŒhrt ĂŒber jede Spende und jeden Einkauf.  FĂŒr die Gruppen-Administration der Facebook-Gruppe „Wir helfen Teneriffa“ sind die Mitglieder Detlef, Natascha, Andreas und Mary verantwortlich. Andreas bemĂŒhte sich ebenfalls, sĂ€mtliche zu ĂŒbersetzenden Mitteilungen ins Spanische, Englische, Französische zu ĂŒbernehmen.

Bei rechtlichen Fragen oder Unstimmigkeiten hatte die Initiative tolle UnterstĂŒtzung von Sonja Schmitz vom Lions Club. Sie stand der Initiative jederzeit helfend zur Seite. Der Lions Club hat mit dem eigenstĂ€ndigen Covid 19 – Projekt ebenfalls rund 15.000 Euro Spenden eingesammelt und kann damit ĂŒber 20 Familien in Los Realejos und La Orotava bis in den Herbst hinein helfen. Auch die Neuapostolische Kirche Teneriffa hat die ungewollt in Not geratenen Menschen auf Teneriffa unterstĂŒtzt. Über die Plattform www.betterplace.me konnten 22.000 Euro angenommen werden. Allein von dieser Summe sind 15.000 Euro von der NAK Humanitas in der Schweiz gespendet worden. Die Gelder fließen weiterhin in LebensmitteleinkĂ€ufe um zu helfen.

Die Nachbarschaftshilfe „Nadie sin Comer“, die von Natalia Lemes und Boranay Ramos gegrĂŒndet wurde, hat sich von Anfang an um die inselweite Verteilung der Lebensmittel an die Menschen in Not gekĂŒmmert. Die weiteren Freiwilligen und Zonen-Koordinatoren der Nachbarschaftshilfe, Ulf, Raquel, Fabrizio, Olesia, Thomas, Camacho, Nuri, Emma, Vero, Roberto und ihre Teams und auch der Koch Nelson von der WochenendstraßenkĂŒche in Los Cristianos, haben ebenfalls viel Zeit und Kraft investiert, um die Hilfe umsetzen zu können. In unserem Video-Beitrag gehen die GrĂŒnder auf die eigenen BeweggrĂŒnde genauer ein.

Die ganze Initiative hat alle viel Kraft, Zeit und Organisation abverlangt. Auch freiwillige Helfer wie der Fotograf Thomas Pelzer von Crea Grafico in GĂŒimar hatte ehrenamtlich Fotos und Videos gemacht. Die Autovermietung Auto Mertens aus Puerto de la Cruz hat ĂŒber „Wir helfen Teneriffa“ kostenfrei den Freiwilligen der „Nadie sin Comer“ Gruppe ein Lieferfahrzeug fĂŒr die Logistik zur VerfĂŒgung gestellt. Benzin-Bons wurden von den Spendengeldern bezahlt, nur so konnte eine reibungslose Logistik gewĂ€hrleistet werden, denn die Freiwilligen waren selbst betroffen von der Krise.
Die Wurstquelle in La Orotava hat 160 kg Wurstwaren gespendet. Auch der Lidl Markt in Adeje schloss sich mit einer großen Lebensmittelspende der Aktion an. Es wurde wĂ€hrend des Lockdowns auch eine Schutzmittelspende von der ZahnĂ€rztin Kim Kubiack aus Deutschland eingeflogen und ein großes Charity-Event auf der Finca San Juan brachte eine grĂ¶ĂŸere Summe in die Spendenkasse. ErwĂ€hnenswert sind auch die vielen direkten Spender, die inselweit fĂŒr LebensmitteleinkĂ€ufe und Sachspenden mobilisiert werden konnten, die dann von „Nadie sin Comer“ direkt in die betroffenen Familien geliefert wurden.

Alle Helfer und UnterstĂŒtzer haben unentgeltlich ihre Expertise, Zeit und Kraft investiert um helfen zu können. Damit diese Initiative nun weitergefĂŒhrt wird und am Leben bleibt, wurde alles dem Kanarischen Delegierten der internationalen Stiftung fĂŒr Menschenrecht, Guillermo de Jorge in die Hand gelegt. Er wird die Initiative mit der Gruppe Cadena de Ayuda Derechos Humanos Islas Canarias weiterfĂŒhren und dafĂŒr Sorge tragen, dass alles weiterhin im Sinne der GrĂŒnder und zugunsten der BedĂŒrftigen ausgefĂŒhrt wird. „Der Aufwand und die Organisation der Initiative muss nun von einer grĂ¶ĂŸeren Stelle aus gefĂŒhrt werden. Ab einem gewissen Punkt ist dies fĂŒr kleinere und private Organisationen in dem Ausmaß nicht mehr möglich“, so Guillermo de Jorge.

Eine tolle und sehr menschliche Initiative geht in die nĂ€chste Runde und verdient große Anerkennung und ein großes Dankeschön, fĂŒr alle GrĂŒnder, Organisatoren, Helfer, Spender und UnterstĂŒtzer der Sache. Eine solche Initiative sollte allen einen Ansporn geben, ohne Erwartungen fĂŒr andere Menschen etwas Gutes zu tun.

Quellenangaben

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