Flüchtlinge sollen schneller aufs Festland kommen

Flüchtlinge sollen schneller aufs Festland kommen

Mehrere am Mittwoch gerettete Migranten waren bei Ankunft dehydriert und unterkühlt.

Kanaren 🇮🇨 | „Die Kanaren dürfen kein Gefängnis für Flüchtlinge werden.“ – bei dieser Aussage sind sich mehrere politische Vertreter der Inseln einig.

In der ersten Januarhälfte 2020 hat die Zahl der ankommenden Migranten um 234 Prozent zugenommen. Der Strom hat seitdem nicht nachgelassen – und viele der Ankömmlinge stecken auf den Inseln fest.

Laut Oswaldo Betancort von der Partei CC-PNC auf Lanzarote, haben die Kanaren nicht die nötige Infrastruktur und Kapazität, um weiterhin ein zentraler Punkt in der Flüchtlingskrise zu sein. Er forderte im Parlament eine realistische Diagnose für jede Insel. Außerdem soll der Status vom SIVE-System zur Überwachung und Kontrolle der Seegrenzen bei Teneriffa überprüft werden, welches frühzeitig Boote ankündigen könnte.

Dabei pocht er vor allem auf die Situation der minderjährigen Flüchtlinge. In Lanzarote kamen innerhalb von 24 Stunden vier Boote mit 107 Migranten an. 15 davon waren minderjährig.

Die Herberge Albergue de La Santa in der Gemeinde Tinajo auf Lanzarote beherbergt aktuell 74 Minderjährige ohne Unterstützung und Überwachung, da die autonome Polizei den betreffenden Dienst im Dezember eingestellt hat. Das führt zu etlichen Konflikten und der Verbreitung sozialer Ungerechtigkeit.

Ankommende Flüchtlinge dehydriert und unterkühlt

Ein Schiff der Salvamento Marítimo hatte erst Mittwoch 48 Personen im Süden von Punta Rasca in Arona auf Teneriffa gerettet und nach Los Cristianos gebracht. Sie kamen aus der Region Subsahara-Afrika. Fünf der Migranten waren bei Ankunft dehydriert und unterkühlt.

Be der nächsten Plenarsitzung am Dienstag, dem 26. Januar, wird Betancort das komplexe Thema erneut ansprechen.

7.900 Flüchtlinge in Hotels untergebracht

Laut dem Migrationsministerium sind aktuell um die 7.900 Migranten in Hotels auf den Kanaren untergebracht, die das eigentliche Ziel haben, aufs Festland zu kommen. Die Bürgermeisterin von Mogán auf Gran Canaria, Onalia Bueno, hat die Regierung mehrfach aufgefordert, die Hotels zu räumen und angemessene Unterkünfte für die Migranten zur Verfügung zu stellen.

Casimiro Curbelo von der Partei Agrupación Socialista Gomera (ASG) hat die Zentralregierung um den schnelleren Transfer der Flüchtlinge aufs Festland gebeten. Man dürfe sie nicht ewig in Hotels oder auf Militärgeländen festhalten, wenn sie eigentlich die Weiterreise im Sinn haben.

„Die Migranten suchen zukünftig Arbeit, die ihnen und ihren Familien Stabilität und wirtschaftliche Sicherheit bieten kann. Viele haben Verwandte in Europa, die sie treffen möchten. Wir können sie nicht länger als drei Monate festhalten, mit Essen und Schlafen als einzige Aktivität“, so  Curbelo.

Quellenangaben

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