Mehr Menschen auf den Kanaren beziehen Pflegeleistungen

Mehr Menschen auf den Kanaren beziehen Pflegeleistungen

Die Pflegeleistungen auf den Kanaren steigen an im Vergleich zu den letzten zwei Jahren.

KANAREN 🇮🇨 | Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Anzahl von Spaniern zugenommen, die von Sozial- und Pflegeleistungen abhängig sind. Die Kanaren hatten 2020 mit 7,18 Prozent die viertstärkste Zunahme von den im System betreuten Personen. Das ist neunmal mehr als der spanische Durchschnitt. Diese Ergebnisse gehen aus dem jährlichen Bericht des Landesverbands der Sozialdienste hervor.

Dazu kommt, dass die Kanarischen Inseln die Autonome Gemeinschaft mit der niedrigsten Abdeckung potenzieller Begünstigter im staatlichen Pflegesystem sind. Mit einer Quote von 11,64 Prozent liegen die Inseln erneut niedriger als der nationale Durchschnitt von 17,96 Prozent. Die Kanaren haben außerdem die zweitschlechteste Gesamtbewertung des Systems mit 2,1 Punkten. Sie werden lediglich von Katalonien überholt. Diese Gemeinde fiel mit einer Punktzahl von 1,4 auf den letzten Platz im Ranking der Pflegeleistungen.

3.207 starben beim Warten auf Pflegeleistungen

Aus dem Bericht des Landesverbands geht hervor, dass 2020 die Anzahl der vom System betreuten Personen auf 25.070 stieg, was einer Zunahme von 7,18 Prozent entspricht. Die Anzahl von Antragstellern mit Anspruch auf Leistungen stieg von auf 33.152, was 2,23 Prozent mehr sind als 2019.

Die Anzahl der Personen, die das anerkannte Recht auf eine Pflegeleistung oder Dienstleistung haben, diese aber noch nicht erhalten haben, ist auf den Inseln im vergangenen Jahr gesunken. Das ergibt sich aus der Summe der Personen, die letztendlich Leistungen in Anspruch nehmen konnten aber auch aus der großen Zahl der Personen, die starben, während sie noch auf die Pflegeleistung warteten. Laut einer Stellungnahme des Observatorio de la Dependencia (Beobachtungsstelle für Abhängigkeit) waren dies 3.207 Personen auf den Kanaren.

„Insgesamt haben die Kanaren mit 24,4 Prozent weiterhin die drittschlechteste Rate im ganzen Land, was Wartende mit Leistungsanspruch angeht. Wenn das Pflegetempo der letzten drei Jahren anhält, würde es 4,3 Jahre dauern, bis die wartenden Personen mit Leistungsanspruch endlich versorgt sind“, ist in dem Bericht notiert.

Die Beobachtungsstelle für Abhängigkeit erklärte, dass in Spanien die durchschnittliche Verarbeitungszeit für Pflegeanträge und -dokumente 430 Tage beträgt. Auf den Kanaren allerdings überschreitet die Verarbeitungszeit sogar 18 Monate.

Das kanarische Gesundheitssystem hatte im Februar bekannt gegeben, dass allgemein die Wartezeiten im Gesundheitssystem verringert werden sollen.

Mehr Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich für Pflegeleistungen

Nach Schätzungen des Landesverbandes der Sozialdienste haben die Inseln vergangenes Jahr 700 neue Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der Langzeitpflege geschaffen, was einer Steigerung von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Großteil davon war im Dienstleistungsbereich.

Von den fast 2.500 neuen, in Anspruch genommenen Pflegeleistungen der Inseln hingen 80 Prozent mit Dienstleistungen zusammen. Die restlichen 20 Prozent umfassten Leistungen für die Pflege im familiären Umfeld und zur Förderung der persönlichen Selbstständigkeit. Die Dienstleistungen auf den Kanaren orientieren sich stark an Wohnleistungen.

Der Landesverband notierte: „Der Bericht zeigt, dass das System regulär funktioniert hat, trotz der sehr nachteiligen Bedingungen, die sich aufgrund der COVID-19-Pandemie entwickelt hatten.“

Jährliche Kosten des Pflegesystems bei 201,67 Millionen Euro

Obwohl die Anzahl der Leistungsbezieher auf den Kanaren weniger als die Hälfte des nationalen Durchschnitts ausmacht (die Zahl der pro 1.000 Einwohner versorgten Menschen liegt in Spanien bei 24,28 Prozent, auf den Kanaren bei 11,78 Prozent), ist der leichte Anstieg im Vorjahr laut dem Landesverband als „enorm“ zu verstehen: Der Anstieg der Bedürftigen spiegelt den Weg wider, den die Inseln noch vor sich haben, um das Abhängigkeitssystem abzudecken.

Allerdings haben die Leistungsbezieher auf den Inseln weniger durchschnittliche Ausgaben, da die Pflegeleistungen auf den Kanaren günstiger zu beziehen sind. Die öffentlichen Ausgaben pro Einwohner für Langzeitpflegedienste auf den Inseln liegen nach wie vor bei rund 67,20 Euro und sind damit 56 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt (152,84 Euro pro Einwohner). Insgesamt belaufen sich die jährlichen Kosten des Pflegesystems der Kanaren auf 201,67 Millionen Euro. Die Begünstigten steuern selbst 16,3 Prozent in Form von Zuzahlungen bei.

Quellenangaben

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