Minderjährige Flüchtlinge werden übersiedelt

Minderjährige Flüchtlinge werden übersiedelt

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, welche die letzten Monate auf den Kanaren zusammengelebt haben, verabschieden sich voneinander.

KANAREN 🇮🇨 | Die Transfers von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen von den Kanaren aufs Festland werden umgesetzt. Am Mittwoch wurde eine Gruppe von zehn Minderjährigen von den Inseln in die Autonome Gemeinschaft Castilla y León übersiedelt, wo sie unter das Schutzsystem für Minderjährige dieser Gemeinschaft fallen. Eine Hälfte von ihnen kommt in die Provinz León, die andere Hälfte in die Provinz Palencia.

Castilla y León übernimmt quasi die gesetzliche Vormundschaft unbegleiteter Minderjähriger mit Migrationshintergrund, die von den Kanaren überstellt werden, sowie das Sorgerecht und eine umfassende Betreuung. Die Autonome Gemeinschaft sieht innerhalb des Abkommens vor, 25 Minderjährige zu übernehmen.

Minderjährige Flüchtlinge gehen aufs Festland

Insgesamt verweilen auf den Kanaren derzeit 2.634 unbegleitete Minderjährige, die mit Booten auf die Inseln gekommen waren. Es wurden 29 Unterkünfte auf den Inseln für die Kinder errichtet. Da der Strom nicht nachlässt und auch immer wieder Minderjährige mit ankommen, hat die kanarische Regierung als Grenzgebiet schon mehrfach um Hilfe vom Festland und der EU gebeten . Einerseits für Entlastung durch mehr Transfers aufs Festland, andererseits für Ressourcen, um die Krise zu bewältigen.

Laut der Gebietsberaterin für Castilla y León, Noemí Santana, soll in ganz Spanien und Europa nach einer Lösung gesucht werden. Sie erinnerte daran, dass die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auf den Inseln drastisch angestiegen ist: Von 540 im Jahr 2019 auf aktuell fast 2.700.

Deshalb haben die Kanaren mit mehreren Autonomen Gemeinschaften ein Transfer-Abkommen getroffen. Die Minderjährigen werden nach Ankunft von den Gebieten betreut, welche die gesetzliche Vormundschaft für sie übernehmen. Navarra hat zehn Plätze angeboten, Kantabrien 20 Plätze, Valencia 18 Plätze, Katalonien 43 Plätze, Castilla y León 25 Plätze, Extremadura 25 Plätze, Asturien 16 Plätze und Galizien 20 Plätze. Insgesamt können also demnächst 177 Minderjährige aufs Festland übersiedelt werden. Die Regionen Aragón, Castilla-La Mancha und das Baskenland haben noch kein Kontingent festgelegt.

Erwachsene Flüchtlinge versuchen illegal aufs Festland zu kommen

Trotz wiederholter Forderungen durch die kanarische Exekutive hat die Zentralregierung bisher keine schnelleren Transfers von Flüchtlingen eingeleitet. Die Europäische Kommission hat vor kurzem entschieden, die Befehlsgewalt bezüglich der Transfers bei der spanischen Regierung  zu lassen. Damit sinken besonders die Chancen für erwachsene Einwanderer, ihre Reise auf dem Festland fortführen zu können. Diese Entwicklung führte dazu, dass sie zu drastischeren Maßnahmen griffen: Am Donnerstag fand die Nationalpolizei im Hafen von Santa Cruz auf Tenerife 35 Marokkaner, die sich auf Schiffen versteckt hatten, die das Festland ansteuern sollten. Die Beamten wurden alarmiert, da eine große Gruppe von Migranten im Hafen gesichtet worden ist, die vermutlich die Absicht hatte, als blinde Passagiere auf Schiffen aufs Festland unterzukommen.

In der gleichen Woche wurden weitere 40 blinde Passagiere in einem Lastwagen in Puerto de La Luz auf Las Palmas gefunden, deren Ziel ebenfalls das Festland war. 

Quellenangaben

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