Der Reise-Impfpass ruft Zweifel hervor

Der Reise-Impfpass ruft Zweifel hervor

Der Präsident der AEV, Amós Garcia, bei einer Pressekonferenz mit dem Kanarenpräsidenten. / Archiv

KANAREN 🇮🇨 | Die Kontroverse hinsichtlich des Reise-Impfpasses ist weiterhin im vollen Gange und Experten sehen Zweifel bei der Durchführung und Umsetzung. Der Präsident des spanischen Verbands für Impfungen , Amós Garcia, prognostiziert große Probleme auf rechtlicher und moralischer Ebene.

Reise-Impfpass verursacht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Amós Garcia erklärte, dass der Reise-Impfpass in allen Ländern unterschiedlich Anklang finden wird. In erster Linie sei ein Impfstoff noch nicht für alle Menschen zugänglich und könne somit nicht von einem Tag auf den anderen verabreicht werden. Hinzu kommt, dass eine Impfung eine Übertragung nicht ausschließt.

„In einigen Ländern sind die Impfstoffe noch nicht einmal geliefert geschweige verabreicht und in anderen Ländern wiederum wird die zweite Dosis bereits verabreicht. Das liegt alleine daran, dass Länder mit finanziellen Ressourcen es sich leisten können und andere Länder nicht“, so Garcia.

Das EU-Abkommen regelt zwar die Verteilung von überschüssigen Impfdosen an Drittweltländer, jedoch wird dies erst gegen das Ende der jeweiligen Impfpläne durchgeführt. „Wir gehen das Risiko ein mit einem Reise-Impfpass eine Gesellschaft zu schaffen die aus Reichen und Armen besteht auf Kosten der Gesundheit“, ergänzte der Vorsitzende Garcia.

In Anbetracht der rechtlichen Grundlage, sei es nicht umsetzbar bei einer Reise mit einem Reise-Impfpass, dass in der jetzigen Situation dementsprechend obligatorisch wäre, zu verlangen, wenn die Verabreichung jedoch freiwillig sei. Das sei ein Widerspruch auf rechtlicher Basis betrachtet und führe zu einem indirekten Impfzwang.

Garcia fordert ein erneutes Zusammentreffen der EU-Kommission

Amós Garcia ging des Weiteren auf die Auswirkungen ein, wenn es keinen Reise-Impfpass oder Verzögerungen geben sollte. Er befürwortet ebenfalls die Strategie des Kanarenpräsident Ángel Víctor Torres. „Jedem ist klar, dass das Reisen einen Überprüfungs-Aspekt benötigt, um Gewährleistungen machen zu können zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Die Auswirkungen, gerade auf alle Länder, die vom Tourismus leben, würden ohne einen solchen Aspekt einen wirtschaftlichen Untergang erleben, trotzdem dürfen wir nicht überstürzt entscheiden und eine nachhaltige Lösung finden“, so der Präsident des spanischen Verbands für Impfungen.

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