Schutz des kanarischen Seeadlers

Schutz des kanarischen Seeadlers

Das Umweltschutzamt der Inselregierung Teneriffas unter Leitung von Isabel García kündigte unlängst strengere Kontrollen zum Schutz des kanarischen Seeadlers an, der auf der regionalen Liste der bedrohten Tierarten geführt wird. Im Moment, wo die Wirtschaft und das aktive Leben auf Teneriffa einen absoluten Stillstand erlebt, hat die Natur Zeit, sich zu regenerieren und dadurch neue Kräfte zu sammeln. Doch auch danach verdienen Flora und Fauna Schutz und dann werden die angekündigten Kontrollen wieder aufgenommen.

Mitarbeiter des Naturschutzamtes beobachten die wenigen verbliebenen Exemplare.
Mitarbeiter des Naturschutzamtes beobachten die wenigen verbliebenen Exemplare.

Nur noch wenige Paare dieser imposanten Tiere leben auf den Kanaren. Im Jahr 2018 waren es zehn. Drei davon haben ihren Lebensraum in den Acantillados von Los Gigantes. Dort haben 2018 zwei Paare Nachwuchs ausgebrütet. Im letzten Jahr nur eines. Eine alarmierende Zahl, wenn diese Könige der Luft auch weiterhin über dem Archipel kreisen sollen. Deshalb wurden rigorose Kontrollen angekündigt und auch die zahlreichen Unternehmen, die touristische Aktivitäten zu Land und zu Wasser anbieten, werden zum wiederholten Male  kontaktiert und in die Pflicht genommen. Denn der Seeadler hat auf dem Archipel keinen natürlichen Feind außer dem Menschen. Er reagiert sehr empfindlich auf Lärm, wie er beispielsweise von Party- und Walbeobachtungsbooten ausgehen kann, oder auf die Annäherung an seine Nistplätze etwa durch Wanderer oder Kletterer.

Die Seeadler leben in den über 400 Meter hohen Steilwänden der Acantillados im Naturschutzgebiet Teno. Eines der wenigen Rückzugsgebiete für diese gigantischen Raubvögel, aber auch für andere bedrohte Arten wie die endemische Riesenechse Teneriffas und der Strandflieder Siempreviva de Guergue. „Diese Arten leben in den Steilwänden, die eine ganz eigene Artenvielfalt beherbergen und für viele seltene Arten ein Schutzraum sind. In den letzten Jahrzehnten hat sich in diesem Umfeld der enge Bezug zwischen Natur und touristischer Entwicklung gezeigt. Zahlreiche Sport- und Freizeitaktivitäten werden im Atlantik und an Land angeboten. Der große Urlauberzustrom kann eine Bedrohung  für den Erhalt unseres Seeadlers sein. Insbesondere während der Brutzeit, die sich von Januar bis August erstreckt. Störungen gefährden die erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren“, mahnte García und hat deshalb strenge Kontrollen durch Mitarbeiter des Umweltschutzamtes angeordnet. Besucher des Naturschutzgebietes werden gebeten, einen Abstand von mindestens 250 Metern zu wahren, nicht in der Bucht oder zu Füßen der Steilwand zu ankern, keinen Lärm zu machen oder Megafone zu nutzen und sich auch beim Wandern nicht anzunähern.

Die Steilwände von Los Gigantes sind derzeit der einzige Ort, an dem die wenigen Seeadlerpaare noch nisten. Sie bauen ihre Nester auf Felsvorsprünge und nutzen sie mehrfach wieder, wobei sie das Nest immer wieder neu auspolstern. In der Regel legt das Weibchen zwei bis drei Eier. Die Brutzeit, die fast nur von den Weibchen bewältigt wird, beträgt rund 38 Tage. In dieser Zeit sowie auch bei der späteren Aufzucht der Küken sorgen die Männchen für Nahrung. Seeadler ernähren sich ausschließlich von Fisch. Auf Teneriffa gehören vor allem fliegende Fische zu ihrer Leibspeise.

Egal ob Urlauber oder Einheimischer, jeder muss seinen Teil dazu beitragen, um diese majestätischen Könige der Luft, deren Flügel eine beeindruckende Spannweite von bis zu anderthalb Metern betragen kann, auch weiterhin über dem tinerfenischen Atlantik ihre Kreise ziehen.

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