Das beeindruckende Gesicht eines Kindes aus Ruanda, eingefangen von Katy Gómez Catalina.
Das beeindruckende Gesicht eines Kindes aus Ruanda, eingefangen von Katy Gómez Catalina.
Zeitgeschehen vor der Linse – Demokratiebewegung in Hongkong.
Zeitgeschehen vor der Linse – Demokratiebewegung in Hongkong.

Die Begriffe Foto und Urlauber gehören für viele Touristen unbedingt zusammen. Oftmals nicht nur in Form von schnellen Handyschnappschüssen, sondern eingefangen mit einem Gespür für Schönes, Spannendes oder einfach besondere Momente. In Zeiten von Corona fällt der lang ersehnte Traumurlaub wohl flach – umso besser, wenn man sich an tollen Urlaubsbildern freuen kann.

Denn auch professionelle Fotografen gehen gerne auf die Reise, um die Schönheit des Planeten Erde und seiner Bewohner zu dokumentieren. Wie faszinierend es ist, Reiseimpressionen festzuhalten, zeigen die Fotos, die in diesem Jahr den internationalen Travel Photograper of the Year Award (TPOTY) bereichert haben. Insgesamt 20.000 Fotos, eingereicht von Profis und Amateurfotografen aus 144 Ländern. Erstmals hat in diesem Jahr eine Spanierin gewonnen. Katy Gomez Catalina wurde Ende Januar im Fujifilm House of Photography in Convent Garden in London zur absoluten Siegerin 2019 gekürt. Sie ist Amateurfotografin und Doktor der Veterinärwissenschaft und hat bereits mehr als 60 Länder bereist. Sie reichte acht Schwarz-/Weiß-Fotografien ein, die von den Menschen des Volksstamms Batwa in Ruanda bis hin zu der Außenansicht des Louvre reichen. Ihre Momentaufnahmen wurden von der Jury als „andersartig und atmosphärisch“ beschrieben. In der 17-jährigen Geschichte des Fotowettbewerbs gab es zwar oft weiblich Gewinner in verschiedenen Kategorien, aber erst zweimal wurde eine Frau zur absoluten Siegerin des Wettbewerbs gekürt. Katy ist diese Zweite. „Ich schaue auf die Welt, nicht nur um festzuhalten, was ich sehe, sondern hauptsächlich um meine persönliche Perspektive zu zeigen. Meine Fotos sind ein Standpunkt, eine Interpretation und nicht nur eine Repräsentation. Meine Themen sind sehr vielseitig. Der rote Faden ist meine Reisetätigkeit. Die Kamera ist dabei ein unzertrennlicher Freund für mich geworden. Ich kann die Welt nicht sehen, ohne durch meine Kameralinse zu blicken. Anhand der Fotos stelle ich meine Reiseerinnerungen zusammen, so wie ein Autor Tagebücher schreiben würde. Ich mache keine Fotos für andere, sondern nur für mich, aus purer Freude an der Fotografie. Aber wenn ich beim Betrachter Gefühle wecken kann, vervielfacht sich meine Zufriedenheit“, erklärte die frisch gebackene Siegerin.

Der Belgier Alain Schröder hat sich bedrohte Tiere zum Thema gemacht.
Der Belgier Alain Schröder hat sich bedrohte Tiere zum Thema gemacht.

Aber es gab noch weitere interessante Siegerfotos in verschiedenen Kategorien. Ignacio Palacio gewann beispielsweise in der Kategorie Ozeane, Meere, Flüsse und Seen mit einem wunderschönen Blick aus der Vogelperspektive auf die Sanddünen im Nationalpark dos Lençóis Maranhenses in Brasilien. Robin Yong aus Malaysia wurde in der Kategorie Street Life ausgezeichnet. Er dokumentierte in schwarz/weiß eine ältere Frau mit einem muskelbepackten jungen Mann in Kubas Hauptstadt Havanna. Alain Schröders Thema war die bedrohte Welt und Daniel Kurian zeigte besonderes Feingefühl, in dem er arbeitende Menschen in Indien beobachtete.

Trevor Cole stammt aus Derry in Irland, hat aber die meiste Zeit seines Lebens in England, Singapur, Togo, Italien, Äthiopien und Brasilien verbracht. Im Jahr 2012 kehrte er nach Irland zurück. „Fotografie und Reisen sind meine beiden Leidenschaften, wobei mich Kulturen und Landschaften am meisten faszinieren“, erklärte er. Seine Siegerfotos 2019 hat er bei dem Volksstamm der Mundari im Südsudan aufgenommen.

Der amerikanische Fotograf Brian Clops verbrachte eine Woche mit einer Herde Wildpferde in Utah. In der sandigen Wüste fing er atemberaubende Momentaufnahmen ein und siegte damit in der Kategorie Abenteuer.

Einen aktuellen Bezug zum politischen Geschehen haben die Fotos des Briten Kiran Ridley, der den Protest der Menschen in Hongkong dokumentierte, die dort für ihre Demokratie kämpfen.

Die Jury wurde von internationalen Experten gestellt. Unter anderem war der zweifache Gewinner des Pulitzer Preises, Essdra M Suarez aus Panama, dabei sowie der frühere Fotograf des Weißen Hauses unter Obama, Lawrence Jackson.

„Unter einer so großen Auswahl hervorragender Bilder Gewinner auszusuchen, ist immer wieder eine Freude. Es ist aufregend und stimulierend so viel Kreativität rund um den Globus zu sehen. Die diesjährigen Gewinnerbeiträge sind in allen Kategorien herausragend, elegant und manchmal nachdenklich und mutig. Das Portfolio der Gesamtsiegerin Katy Gomez Catalina ist schön, einfühlsam und vielfältig. Katy ist erst die zweite Gesamtsiegerin des Reisefotografen des Jahres. Sie ist eine Amateurfotografin und eine sehr, sehr würdige Gewinnerin“, meinte auch der Co-Gründer des Fotowettbewerbs Chris Coe. Noch mehr Fotos und Details zu den Gewinnern sind auf der Webseite www.tpoty.com zu finden.

Quellenangaben

Ein Kontrast zwischen Alt und Jung – und trotzdem Nähe.
Ein Kontrast zwischen Alt und Jung – und trotzdem Nähe.
Trevor Cole begegnet einem Volksstamm im Südsudan.
Trevor Cole begegnet einem Volksstamm im Südsudan.
Aufregende Welt der Wildpferde in Utah.
Aufregende Welt der Wildpferde in Utah.
Daniel Kurian – ein Teenager mit Blick für den harten Arbeitsalltag der Menschen in Indien.
Daniel Kurian – ein Teenager mit Blick für den harten Arbeitsalltag der Menschen in Indien.

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