Wirtschaft der Kanaren erholt sich wohl nicht vor 2025

Wirtschaft der Kanaren erholt sich wohl nicht vor 2025

José Luis Rivero Ceballos bei seiner Präsentation im Kanarischen Parlament.

KANAREN 🇮🇨 | Die Wirtschaft der Kanarischen Inseln wird sich von den Folgen der Coronakrise vermutlich nicht vor 2025 erholen. Das Bruttoinlandsprodukt der Inseln ging 2020 um 20,23 Prozent zurück – das Niveau von 2019 wird es vermutlich erst in vier oder fünf Jahren wieder erreichen. Diese Prognose stellte José Luis Rivero Ceballos am Montag im Ausschuss des Kanarischen Parlaments vor. Er ist der ehemalige Präsident des Wirtschafts- und Sozialrats der Kanaren und Professor für Wirtschaftsanalyse an der Universität von La Laguna auf Teneriffa.

Aktuell liegt die Arbeitslosigkeit auf den Inseln bei 25,22 Prozent – eine der höchsten Quoten in der Europäischen Union. Der spanische Durchschnitt beträgt gerade mal 16,13 Prozent. Rivero Ceballos hat das wirtschaftliche Szenario der EU für den Zeitraum 2021 bis 2027 untersucht und daraufhin ein strategisches Projekt zur wirtschaftlichen Erholung und Transformation (PERTE) erstellt. Laut ihm ist vor allem für die kanarische Wirtschaft eine Reform nötig.

Rivero Ceballos plädierte dafür, dass die Regierung nicht an der wirtschaftlichen Diversifizierung festhalten sollte. Die Inselwirtschaft habe sich auf die Areale spezifiziert, in denen sie die meisten Vorteile hat. Mit Diversifizierung Sektoren zu schaffen, die physische Handelsbeziehungen erfordern, sei daher nicht sinnvoll. Zudem sollten Anreize für private Investoren geschaffen und Boni für Sozialversicherungsbeiträge bereitgestellt werden, bis die Arbeitslosenquote wieder gesunken ist.

EU-Fonds sollen zur Stärkung der Wirtschaft eingesetzt werden

Im Zeitraum von 2014 bis 2020 wurden europäische Fonds nur sehr wenig auf den Kanaren eingesetzt, wie es bei den meisten Autonomen Gemeinschaften der Fall ist, erklärte Rivero Ceballos. Konkret wurden auf den Inseln 32 Prozent des europäischen Sozialfonds, 47 Prozent des Fonds für regionale Entwicklung, 52 Prozent des Fonds für ländliche Entwicklung und 25 Prozent der Gemeinschaftsinitiative Interreg (womit beispielsweise grenzübergreifende Infrastrukturvorhaben finanziert werden) ausgegeben.

Von 2021 bis 2027 werden diese Mittel wieder verfügbar sein. Rivero Ceballos schlägt vor, sie so einzusetzen, dass es zu einer „tiefgreifenden Transformation“ der Wirtschaft kommt. Grundlagen dafür sind laut seinem PERTE-Plan die Stärkung der Außenbeziehungen zu Europa, Afrika und Amerika sowie die Einführung und Integration aller Finanzinstrumente auf den Kanaren (europäische Mittel, staatliche Beihilfen und finanzielle Überschüsse).

Hinweis der Redaktion

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Die aktuelle Lage hinsichtlich sämtlichen Themen zu Corona können sich jederzeit ändern.

Bitte beachten Sie das Datum der Publikation, um Missverständnissen vorzubeugen.

Aktuelle Informationen zum Thema Corona auf den Kanaren sowie den geltenden Einschränkungen und aktuelle Corona-Zahlen, erhalten Sie auf unserer Corona-Informationsseite .

Quellenangaben

Lesen Sie auch

Wie interessant oder hilfreich finden Sie diesen Artikel?

Klicke Sie auf die Sterne, um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4.8 / 5. Anzahl Bewertungen: 44

Bisher keine Bewertungen! Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil Sie diesen Beitrag nützlich gefunden haben...

Folge Sie uns in den sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für Sie nicht interessant oder hilfreich war!

Lasse Sie uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?