In drei verschiedenen Operationen haben Polizeikräfte im Großraum Madrid mehrere Einbrecherbanden verhaftet. Sie hatten sich den Alarmzustand zunutze gemacht, um teilweise gewaltsam Privathaushalte auszurauben. Bei der Großoperation „Houdini“ gab es bisher ganze 23 Festnahmen. 13 der Mitglieder waren minderjährig. Die Einbrüche begangen nach Ausruf des Pandemie-Alarmzustandes in den ruhigen Nachbarschaften von Tres Cantos. Die Ermittlungen gegen die Gruppe starteten, als bei einem Einbruch über 80.000 Euro gestohlen wurden. Der Diebstahl konnte nach und nach mit ähnlichen Verbrechen rund um Madrid in Verbindung gebracht werden.

 

Der Anfang war in Tres Cantos

Die Verdächtigen hatten in Fahrzeugen verschiedene Wohngebiete überwacht, um zu sehen, wann die Bewohner das Haus verlassen. Ihr beliebtestes Ziel waren Einfamilienhäuser in Siedlungen wie Soto de Viñuelas. Sobald ein Haus für einen Einbruch ausgewählt worden war, tauchten die Täter am nächsten Tag zur selben Zeit mit anderen Fahrzeugen auf und drangen gewaltsam über Treppen und Fenster ein.

Die Polizisten konnten nach einer Weile erkennen, dass die Einbrecher ihre Einsätze von ihren eigenen Heimen in Alcobendas und Vallecas starteten. So konnte die Guardia Civil Ende Mai sechs Hausdurchsuchungen durchführen, bei denen sie vier Mitglieder der Gruppe festnahm. Zudem fand sie Geld, Schmuck, Markenware und Elektronik im Wert von mehr als 70.000 Euro. Die Verdächtigen sind vier Männer die zwischen 22 und 24 Jahre alt sind. Alle waren bereits vorbestraft.

 

Gewaltsame Überfälle in Arganda del Rey

In Arganda del Rey kam es zudem zu Einbrüchen mit gewaltsamen Überfällen. Die Opfer, oft minderjährig, wurden in ihren Wohnungen mit Schusswaffen bedroht und mussten nach dem Diebstahl teilweise ins Krankenhaus.

Um die mutmaßlichen Täter zu identifizieren hatten Beamte über längere Zeit Gegenden überwacht, die oft zum Ziel der Einbrüche wurden. Dabei wurde festgestellt, dass die kriminelle Gruppe gut strukturiert und hierarchisch ist. Der Anführer plante den Einsatz der Teams, welche die Einbrüche durchführten. Jedes Team bestand aus 5-6 Leuten, die teilweise illegale Waffen besaßen. Zudem arbeitete der Anführer mit anderen Gruppen zusammen, die für Sicherheit und Finanzen zuständig waren, sowie einer Gruppe, die gestohlene Ware weiterverkaufte.

Das älteste Mitglied der Gruppe ist 38. Unter den Angeklagten befinden sich zudem Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, viele davon vorbestraft. Im Laufe der Ermittlungen entdeckten Beamte zudem, dass einige Mitglieder der Gruppe mit Bildern auf Social Media prahlten, auf denen sie Auto fuhren. Da sie aber keinen Führerschein haben kassierten sie neben einer Anklage für bewaffneten Raub eine Anzeige im Verkehrsstrafrecht.

 

Zweitwohnsitze ausgeräumt in La Cabrera

Eine weitere Einbrecherbande war in La Cabrera aktiv. Sie hatten sich den Alarmzustand zunutze gemacht, um in leerstehende Zweitwohnsitze einzubrechen. Die Ermittlungen begannen letzten April, als ein Einbruch mit Schäden im Wert von über 2.500 Euro mit sieben ähnlichen Fällen im Norden La Cabreras verknüpft wurde.

Die Polizisten stießen auf eine Gruppe Jugendlicher, die in der Gegend der Vorfälle wohnte. Bei einer Hausdurchsuchung vor zwei Wochen stellten sie fest, dass sie die Wohnung nutzten, um das gestohlene Gut zu lagern. Dabei wurden auch Rauschmittel gefunden, die zum Verkauf vorbereitet waren.

Die fünf verhafteten Männer sind spanischer, nordafrikanischer und rumänischer Nationalität und zwischen 18 und 44 Jahre alt. Auch sie waren bereits vorbestraft. Die gestohlene Ware ist inzwischen wieder bei ihren rechtmäßigen Besitzern.

Quellenangaben