Nach dem Virus kommt die Armut

Nach dem Virus kommt die Armut

Immer mehr Menschen werden von dem Virus an den Rand der Armutsgrenze gedrängt.

Das befürchtet zumindest die gemeinnützige Organisation Oxfam Intermón. Sie rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in Spanien um rund neun Prozent abnimmt und die Arbeitslosigkeit auf etwa 19 Prozent steigt. Das bedeutet, dass die Zahl der Menschen, die unter die Armutsgrenze fallen um circa 700.000 Menschen zunehmen würde. In Spanien könnten dann rund 10,8 Millionen Menschen arm sein. Das entspricht einem Anstieg von derzeit 21,5 Prozent auf dann 23,1 Prozent. Am schlimmsten könnten die Regionen Balearen, Castilla und León, Aragón und Katalonien betroffen sein. Aber auch auf den Kanaren und Extremadura könnte die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderdriften. Deshalb fordert die Organisation eine Besteuerung der Spitzeneinkommen. Auf diese Weise könnten zusätzlich rund 10 Milliarden Euro in die Staatskasse fließen, die gezielt in die Gesundheitsversorgung, Bildung und den Schutz der Schwächsten in der Gesellschaft investiert werden könnten.

Von der drohenden Arbeitslosigkeit sehen Vertreter der Organisation vor allem Migranten bedroht. Ihr Risiko keine Arbeit zu haben ist 149-prozentig höher, als in der spanischen Bevölkerung. Nach den Prognosen von Oxfam Intermón könnte jeder Dritte in Spanien durch COVID-19 durch das Armutsraster fallen.

Quellenangaben

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Änderungen mit Vorbehalt.