Spanische Nationalbank fordert Steuererhöhungen

Spanische Nationalbank fordert Steuererhöhungen

Pedro S√°nchez setzt sich ein f√ľr eine Alternative.

Durch den Coronavirus droht Spanien die schlimmste Wirtschaftskrise seit Weltkriegsende. Deshalb hat die spanische Nationalbank die Regierung dazu aufgefordert, eine finanzpolitische Strategie zu erstellen. Eine potenzielle L√∂sung sollen Steuererh√∂hungen sein. Am Dienstag berichtete das Statistikamt INE, dass das Bruttoinlandsprodukt in der ersten Jahresh√§lfte um mindestens 5,2 % gesunken ist. Damit ist die derzeitige Rezession doppelt so schwer wie bei der letzten Krise (2,6 % in 2009). Die Bank von Spanien vermutet, dass sich die Wirtschaft vor Ende 2022 nicht richtig erholen wird. Die Aufsichtsbeh√∂rden denken deshalb dar√ľber nach, die Steuers√§tze zu √ľberarbeiten. Dazu sollen die erm√§√üigten Mehrwertsteuers√§tze limitiert und Ausgaben effizienter gemacht werden, zum Beispiel, indem direkte und indirekte Steuern gehoben werden. Dazu geh√∂rt auch eine Reform des Rentensystems. Der spanische Ministerpr√§sident Pedro S√°nchez zeigte sich kritisch in Bezug auf eine Erh√∂hung der Mehrwertsteuers√§tze. Laut ihm sollte ein Wohlstandsland wie Spanien sich an die europ√§ischen Verh√§ltnisse anpassen. Er glaubt, dass eine Steuer√ľberholung unvermeidlich ist. Allerdings sieht er es als bessere L√∂sung, die Ertragsteuer f√ľr gro√üe Firmen zu erh√∂hen. Damit m√∂chte er mehr Gerechtigkeit schaffen. Die Erh√∂hung soll auf Firmen angewendet werden, die weniger als 10 % effektive Steuers√§tze zahlen. Diese Legislatur soll dann vier Jahre dauern.

 

Spanien ist weiterhin nicht virenfrei

Laut der Landesregierung Kataloniens gibt es immer noch neue Ausbr√ľche, wie in der Stadt Lleida, die seit Samstag wieder Sperrgebiet ist. In der letzten Woche sind fast 400 F√§lle dazu gekommen. Bei vielen der dort Infizierten ist die Krankheit fast ohne Symptome verlaufen. Jetzt, wo die Grenzen wieder ge√∂ffnet sind, muss noch mehr aufgepasst werden. Besonderen Fokus legt Spanien dabei auf die Region Aragon sowie die Saisonarbeitskr√§fte f√ľr die Gem√ľse- und Fruchternte in Katalonien.

 

Erfolge bei der Arbeit am Corona-Impfstoff

Der Minister f√ľr Wissenschaft und Innovation, Pedro Duque, stellte am Dienstag in Aussicht, dass Spanien bald anfangen k√∂nnte, einen Impfstoff zu produzieren. Aktuell kommen f√ľnf Stoffe infrage, die das Heilmittel gegen das Coronavirus werden k√∂nnten. Einer der Stoffe hat bereits die ersten Experimente und Tierversuche durchlaufen.

‚ÄěDer Stoff hat die richtigen Immunfunktionen angesprochen und uns viel Hoffnung gegeben‚ÄĚ, so Duque.

Der Minister vermutet, dass es in 6 bis 12 Monaten einen sicheren und effektiven Impfstoff geben sollte, obwohl er schon im Fr√ľhjahr 2021 damit rechnet. Sobald alle Tests abgeschlossen sind, soll die Massenproduktion sofort beginnen. Um die insgesamt 127 Forschungsprojekte zu finanzieren hatte die Regierung 24 Millionen Euro bereitgestellt. Neben der Impfung wird auch geforscht, welche Medikamente beim Krankheitsverlauf am besten helfen und wie COVID-19 zuverl√§ssiger diagnostiziert werden kann.

Quellenangaben

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