Alles begann Mitte April mit einer privaten Lebensmittelspende der Familie Kortus aus Adeje an die Nachbarschaftshilfe „Nadie sin Comer“.

Die Familie wollte den Menschen auf Teneriffa über die Nachbarschaftshilfe Nadie sin Comer etwas Gutes tun, etwas zurückgeben, und so startete sie noch am selben Tag ihres Ersteinkaufs für „Nadie sin comer“ eine private Spendeninitiative auf ihrer privaten Facebook Seite, die sie „Mary y Amigos“ nannte.

Die Not auf Teneriffa ist groß. Die weltweite Pandemie hat ein Ereignis provoziert, das den überlebenswichtigen Tourismus auf den Kanaren von einem Tag auf den anderen verschwinden ließ. Viele Menschen sind von heute auf morgen ohne Arbeit und ohne Einkommen und von existenzbedrohender Armut betroffen. Zugesagte Unterstützungen des Staates sind bei vielen noch nicht angekommen. Viele bekommen gar nichts, sie fallen durch die Maschen des Systems.

Sonja Schmitz aus Puerto de la Cruz, die das Projekt „Covid-19“ des Lions Club Los Realejos vertritt und auch direkte Familien-Patenschaften vermittelt und selbst über 20 Familien direkt betreut, gesellte sich schon sehr früh zu Mary y Amigos. Sie arbeiteten von Beginn an Hand in Hand. Sonja Schmitz, die Anwältin in Puerto ist, klärte auch alle juristischen Belange der Initiative ab.

Spender und Interessierte aus ganz Europa meldeten sich daraufhin, da sie ihren Spendenaufruf „öffentlich“ stellten.

Heute zählen zu der Initiative nicht nur Deutsche, sondern Spender aus der Schweiz, Österreich, Italien, Irland, Norwegen, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Norwegen, Schweden, Niederlande, sogar aus der USA.

Sie reagierten schnell und gründeten bereits Anfang Mai mit Sonja Schmitz und Detlef Strang aus Los Realejos eine Facebook-Gruppe namens „Wir helfen Teneriffa“ und zogen mit ihren Spendern von ihrer persönlichen FB-Seite in diese FB-Gruppe um. Die Gruppe wird bei Bedarf mindestens dreisprachig moderiert. Dafür haben sie Andreas Bendler aus Los Realejos und Natascha Ludwig Karl aus San Eugenio als Moderatoren mit ins Team genommen. Hier wird zeitnah über alle Geschehnisse und auch live von den Einkäufen und Aktionen für und mit den Freiwilligen von „Nadie sin comer“ berichtet. Die Gruppe zählt zwischenzeitlich 470 Teneriffafreunde und Spender aus ganz Europa.

Viele direkte Lebensmittelspender (Residente) kamen hinzu, die inselweit ihre Einkäufe unmittelbar an „Nadie sin comer“ oder auch Sonja Schmitz übergeben, da die Nachbarschaftshilfe selbst keine Geldspenden annimmt.

Mary Kortus arbeitet sehr eng mit allen Insel-Koordinatoren der „Nadie sin comer“-Gruppe zusammen. Sie arbeiten in völliger Harmonie für die gute Sache. Sie geht mit ihnen in Adeje zentral einkaufen, immer bedarfsorientiert und kostenbewusst und sie sichert und gewährleistet über „Nadie sin comer“ eine inselweite Verteilung der Lebensmittel in alle Krisengebiete. 


„Die Lebensmittel kommen da an, wo sie dringend gebraucht werden, „Nadie sin comer Tenerife“ greift dann ein, wenn alle anderen Institutionen nicht helfen können. Alle „Fälle“ werden im Vorfeld geprüft, denn sie sind die letzte Instanz der Hilfestellung für die unschuldig in Not geratenen Menschen auf Teneriffa.

Das ist eine ganz wundervolle Sache“, so Mary Kortus, „keiner wird im Stich gelassen“. „Nadie sin comer“ wurde auch erst mit Krisenstart gegründet. Das Arbeitsprinzip: „Brauchst du Hilfe?“, oder „Willst Du helfen?“ Klassische Nachbarschaftshilfe. Es wurden in dieser Zeit circa 20.000 Menschen mit dringend benötigten Lebensmitteln und Hygieneprodukten versorgt. Selbst an Futter für die Haustiere wurde gedacht.

Den Freiwilligen von „Nadie sin comer“ und der eindrucksvollen freiwilligen Arbeit des Teams gibt man in der FB-Gruppe viel Platz. Transparenz und eine zeitnahe persönliche Berichterstattung ist eine Selbstverständlichkeit.

Die Spendenaktion entwickelte sich nach nicht einmal 4 Wochen zu einer großartigen Initiative und wird bald als gemeinnütziger Verein mit dem Namen: „WIR HELFEN TENERIFFA“ registriert sein. Dessen Vorstand dann auch Sonja Schmitz angehört. Alles ist eingeleitet und am Laufen.

Sie durften in dieser kurzen Zeit fast 14.000,00 Euro Spenden entgegennehmen und konnte persönlich bereits für ca. 9000,00 Euro (ca. 2,5 Tonnen) Lebensmittel einkaufen.

Aber auch Sonja Schmitz vom Lions Los Realejos setzte mit ihrem Spendenaufruf über den Lions Club Los Realejos Akzente. Sie erhielt zwischenzeitlich über 12.000,00 Euro an Spendengeldern und konnte für 6000,00 Euro für ihre Familien in Not einkaufen. So eine Solidarität ist schon bewundernswert.

Die Mietwagen-Firma „Autos Mertens“ in Puerto de la Cruz stellte darüber hinaus einen Kleinlieferwagen kostenfrei und komplett versichert zur Verfügung, einfach toll. Dieses Fahrzeug wird derzeit in Candelaria für die gesamte Logistik vor Ort und für die inselweiten Transfers genutzt.

Eine Gruppen-Initiative von Thomas Bahr & Freunde unterstützt ebenso, nicht nur mit Geldspenden. So wurde beispielsweise in der vergangenen Woche durch Thomas Bahr eine wichtige Hilfsmittellieferung vermittelt.
Die deutsche Zahnärztin Dr. Kim Kubiak flog diese persönlich, im Übergepäck verpackt, nach Teneriffa ein. Masken, Handschuhe, Zahnpflegeprodukte u.v.m. erreichten auf diesem Weg die Freiwilligen von „Nadie sin comer“ und die bedürftigen Menschen auf der Insel.

Seit ein paar Tagen hat sich nun auch die „INA Tenerife“ (Neuapostolische Kirche Teneriffa) und ihrem Bezirksevangelisten Claus Ruthardt mit „Wir helfen Teneriffa“ vereint. Die INA Tenerife hat mit ihrem eigenen Spendenaufruf „Für schnelle Hilfe in Not“ über 11.000,00 Euro an Spenden seit Ende April gesammelt, für über 8.500,00 Euro Lebensmittel gekauft und über „Nadie sin comer“ den verarmten Menschen zukommen lassen.

Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten ist es, den besonders von Covid-19 betroffenen Menschen hier auf Teneriffa zu helfen, denn in diesen außergewöhnlichen Zeiten ist es wichtig füreinander da zu sein. Sie alle halten zusammen und zeigen, dass sie eine Gemeinschaft von weltoffenen und toleranten Europäern mit Herz sind – mit dem klaren Ziel:
„WIR HELFEN TENERIFFA“

Besuchen Sie die Gruppe und informieren sie sich und spenden auch sie, egal in welchen Spendenkanal. Alles kommt dort an, wo es dringend gebraucht wird. Jedes Reiskorn zählt, denn die Not ist immer noch präsent, mehr denn je.

WIR HELFEN TENRIFFA Facebook Gruppe   |  NADIE SIN COMER Facebook Gruppe

Quellenangaben