Urlaub 2021 – So sieht’s auf den Kanaren aus

Urlaub 2021 – So sieht’s auf den Kanaren aus

Die Kanaren sind eines der beliebtesten Reiseziele in ganz Europa. Wird der begehrte Sommerurlaub 2021 auf den Inseln möglich sein?

KANAREN 🇮🇨 | Die Kanaren gehören zu den beliebtesten Reisezielen in ganz Europa. Bei einer Umfrage der Reise-Website European Best Destination haben in 2020 viele Teilnehmer angegeben, dass sie auf die Inseln reisen möchten, sobald es pandemiebedingt sicher ist. Tatsächlich haben es die Kanaren auf Platz zehn der beliebtesten europäischen Destinationen geschafft. Da stellt sich die Frage: Wird ein sicherer Urlaub 2021 wieder möglich sein?

Aktuell wird in Deutschland allgemein von nicht notwendigen Reisen abgeraten. Seit Beginn der Pandemie versuchen sich die Kanaren aber immer wieder, als sicheres Reiseziel anzubieten und Touristen, die die Haupteinnahmequelle der Inseln sind, zurückzuholen. Wegen der zurzeit niedrigen Inzidenz auf den Kanaren wurden sie sogar, separat von Spanien, einige Wochen von der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts gestrichen. Dort sind die Kanaren zwar wieder eingetragen, Reisen sind jedoch nach wie vor möglich. Bevor also versucht wird, die Zukunft vorherzusagen: Hier sind die aktuellen Regelungen für Reisen auf die Kanarischen Inseln.

Aktuelle Regeln und Hinweise für Urlauber

Wer in der nächsten Zeit einen Kanaren-Urlaub plant, muss sich auch rechtzeitig über die Möglichkeit eines PCR- oder TMA-Tests in seiner Umgebung informieren. Je nach Region werden diese auch an Flughäfen angeboten und sind unterschiedlich teuer. Die Auswertung dauert in der Regel zwischen 24 und 42 Stunden. Der Verein Gesellschaft für Virologie hat eine Liste mit Testinstituten in den verschiedenen Bundesländern hinterlegt. Das Ergebnis darf auch auf Deutsch oder Englisch vorliegen und muss schon am Abflughafen elektronisch oder in Papierform vorgelegt werden.

Außerdem muss vorher über das Spain Travel Health-Portal oder über die kostenfreie SpTH-App für Android  oder iOS , ein Formular zur Gesundheitskontrolle ausgefüllt werden, das einen persönlichen QR-Code erzeugt. Alternativ gibt es das Formular auf Spanisch zum Ausdrucken in Papierform. Am Flughafen wird zudem ein Gesundheitscheck durchgeführt, bei dem Fieber gemessen und nach Symptomen Ausschau gehalten wird.

Bevor also gebucht werden kann, muss man sich über die Testmöglichkeiten und Kosten informieren, da der Preis eines PCR-Tests teilweise dem des Flugpreises entsprechen kann. Leider sind das nicht die einzigen Kosten, die während der Corona-Zeit zu einem Urlaub dazugehören.

Solange die 7-Tage-Inzidenz Spaniens nicht erneut unter 50 Fälle auf 100.000 Einwohner rutscht, bleiben auch die Kanarischen Inseln ein vom Robert-Koch-Institut ausgezeichnetes Risikogebiet. Vor kurzem wurde in Deutschland beschlossen, dass die einzelnen Regionen Spaniens nicht mehr gesondert aufgelistet werden.

Bei der Rückreise nach Deutschland muss dann ebenfalls ein negatives Testergebnis vorgelegt werden oder die Urlaubs-Rückkehrer müssen sich auf zehn Tage Quarantäne einlassen. Ausgenommen von der Testpflicht sind nur Kinder unter sechs Jahren. Neben PCR- und TMA-Tests werden in Deutschland auch Antigen-Schnelltests (mit 97 Prozent Spezifität und 89 Prozent Sensitivität) akzeptiert. Der Test muss frühestens 48 Stunden vor der Rückreise stattfinden und das Ergebnis darf elektronisch und in Papierform auf Deutsch, Spanisch oder Englisch vorgelegt werden. Außerdem muss die Rückeinreise nach Deutschland unter www.einreiseanmeldung.de angemeldet werden.

Bei Ein- aber auch Ausreise gilt, dass auf dem Testergebnis der Vor- und Nachname des Urlaubers, die Nummer vom Personalausweis oder Reisepass, das Datum des Tests, das Labor und das Testverfahren angegeben sein muss.

Ein Antigen-Schnelltest kostet meist nur halb so viel wie ein PCR-Test, pro Person müssen aber trotzdem insgesamt um die 160 Euro eingeplant werden.

Bei Pauschalurlauben werden die benötigten Tests teilweise von den Reiseveranstaltern übernommen, wie bei TUI, oder können dazugebucht werden, wie bei DER-Touristik . Bei Reisen in Risikogebiete, zu denen Spanien gehört, bieten viele Veranstalter, Fluglinien und Unterkünfte eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung an. Ist der Extraaufwand wegen Corona geklärt, kann die Reise losgehen.

Kanaren-Urlaub 2021

Urlaub 2021 auf den Kanaren: Maske einpacken

Bis zum 9. Mai dieses Jahres gilt landesweit der Alarmzustand in Spanien. Dieser erlaubt der Regierung, Grundrechte einzuschränken und beispielsweise Ausgangssperren zu verhängen. Dazu gehören einige Regelungen, die so manchen den Urlaub weniger schmackhaft machen könnten: Auf den Kanaren gilt auf allen öffentlichen Straßen Maskenpflicht. Ausnahmen gelten beim Essen und Trinken in Gastronomiebetrieben oder am Strand und Pool, wenn man zwei Meter Abstand zu anderen Badenden und Sonnenden einhält. Beim Wandern, sofern Sicherheitsabstände eingehalten werden können, darf die Maske auch abgezogen werden. Die Nichteinhaltung wird mit circa 100 Euro bestraft. Außerdem gilt in der Öffentlichkeit ein Rauchverbot: Auf Außenterrassen und beim Spazieren gehen muss die Zigarette aus bleiben.

In der Gastronomie selbst sind je nach Risikolevel die Kapazitäten eingeschränkt. Das Risikolevel im kanarischen Ampelsystem orientiert sich an den Inzidenzen der Inseln und wird entsprechend angepasst. Eins ist das niedrigste, wie seit neustem auf Teneriffa. Risikolevel vier ist das höchste und gerade auf Lanzarote aktiv. Die genauen Regeln je nach Level gibt es hier . Je nach Einstufung unterscheidet sich die Länge der nächtlichen Ausgangssperre, die auf Teneriffa ab Mitternacht beginnt und auf Lanzarote schon um 22:00 Uhr. Auf allen Inseln geht sie bis 6:00 Uhr morgens.

Dafür sind Restaurants und Bars grundsätzlich offen und dürfen, anders als in Deutschland, Gäste empfangen. Hotels und Ferienunterkünfte natürlich auch, durch die stark zurückgegangene Anfrage waren im Januar aber deutlich weniger Hotelanlagen im Betrieb .

So könnte der Sommerurlaub 2021 aussehen

TUI hat angegeben, dass für diesen Sommer schon 2,8 Millionen Buchungen eingegangen sind auf die Kanaren. Auch AIDA will ab dem 20. März wieder Kreuzfahrten von Deutschland aus auf die Kanaren anbieten.

Die neu gegründete Fluggesellschaft Canarian Airways fliegt ab Juni von Berlin aus nach Teneriffa. Reiseunternehmen scheinen also recht optimistisch, was die kommende Sommersaison für die Kanaren angeht.

Tatsächlich besteht Hoffnung, dass sich die Situation durchs Impfen und den Rückgang der Inzidenz erholt. Die Partei PP hatte sich dafür ausgesprochen, dass das Personal aus dem Tourismussektor als nächstes geimpft werden sollte . Gesundheitsministerin Carolina Darias ist zuversichtlich, dass bis zum Sommer 70 Prozent der spanischen Bevölkerung geimpft sein werden. Der Alarmzustand in Spanien könnte am 9. Mai 2021 also ohne neue Verlängerung auslaufen. 

Corona-Impfpass könnte Quarantäne-Regeln beeinflussen

Aktuell arbeitet die Zentralregierung an der Strategie für einen Corona-Impfpass, der für ganz Europa relevant werden soll. Inhaber des Impfpasses könnten davon profitieren, dass Quarantäne-Regelungen für sie wegfallen, was gerade für Urlauber sehr wichtig wäre. In Polen, Island und Rumänien ist das bereits der Fall. Wie ein regulärer gelber Impfpass, soll dieser beweisen, dass der Inhaber vollständig gegen COVID-19 geimpft wurde. Allerdings soll er auch in digitaler Form verfügbar sein und eine Art elektronisches Siegel, wie einen QR-Code, erhalten, mit dem weitere Informationen abgerufen werden können.

Kritikpunkt beim Impfpass-Plan 2021 ist, dass bisher noch unsicher ist, ob geimpfte Personen das Virus nicht weiterhin übertragen und andere damit anstecken können. Dazu kommt die Möglichkeit, dass die existierenden Impfstoffe nicht ausreichend gegen mutierte Varianten von COVID-19 schützen. In Niedersachsen kam es in drei Altenheimen dazu, dass sich Personen mit der britischen Mutationsvariante angesteckt haben, obwohl sie die zweite Impfdosis, die die Corona-Impfung abschließt, bereits bekommen haben. AstraZeneca hat bereits bekannt gegeben, dass der Stoff auf die Mutationen angepasst werden kann. Jeder angepasste Impfstoff muss aber erneut den Weg durch die Zulassungsbehörden gehen, was meist einige Monate dauert.

Dazu kommt, dass es auch erstmal zu einer Impfung kommen muss. Bundeskanzlerin Merkel hat mehrfach betont, dass sie allen deutschen Bürgern bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot machen will. Es kann also bis nach der Sommersaison dauern, bis jeder ein stolzer Inhaber eines Impfpasses ist.

Ralph Schiller, Direktor des deutschen Reisekonzerns FTI Group, will deshalb nicht auf eine durch den Impfstoff herbeigeführte Herdenimmunität warten. „Das Warten, bis alle geimpft wurden, ist aus unserer Sicht keine Lösung, da wir lernen müssen, auf irgendeine Weise mit dem Virus zu leben und sicheres Reisen zu ermöglichen, während die Präventionsmaßnahmen befolgt werden“, sagte er.

Sommerurlaub 2021: Wissen, worauf man sich einlässt

Eins ist klar: Wer sich für einen Sommerurlaub auf den Kanaren entscheidet, sollte auf jeden Fall einen genauen Blick auf die Stornierungsoptionen des Reiseanbieters werfen. Auch bei Einzelbuchungen für Flüge und Unterkünfte unterscheiden sich diese stark von Unternehmen zu Unternehmen. Wenn eine Reise vom Anbieter storniert wird, gibt es grundsätzlich das Geld zurück, außer die Firma geht pleite. Gutscheine werden grundsätzlich nur freiwillig akzeptiert. Wenn man diese nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums einlöst, wird der Reisepreis erstattet. Die Verbraucherzentrale informiert online über die Rechte von Reisenden. Auf dieser Seite findet man auch Musterbriefe, um sich Beträge von Reiseveranstaltern erstatten zu lassen.

Für das zum Verreisen notwendige Testen in Deutschland und Spanien muss genug Zeit (und Geld) eingeplant werden. Außerdem ist es sinnvoll, sich im Voraus bei der Krankenkasse zu erkundigen, wie mit einer Ansteckung außerhalb Deutschlands umgegangen wird.

Wenn man den Kanaren-Urlaub gut plant und weiß, worauf man sich einlässt, ist das Reisen in der Sommersaison 2021 also durchaus machbar.

Kanaren-Urlaub

Quellenangaben

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