6 Mal mehr Flüchtlinge als im letzten Jahr

6 Mal mehr Flüchtlinge als im letzten Jahr

Allein dieses Jahr haben die Kanaren 6.081 Flüchtlinge aufgenommen.

KANAREN | Die Flüchtlingskrise trifft die kanarischen Inseln dieses Jahr sechsmal so stark wie in 2019. Die Inseln haben dieses Jahr bisher 6.081 Personen aufgenommen. Das ist ein Anstieg von 523 Prozent. Allein im September sind 2.148 Migranten auf den Inseln angekommen.

Dabei sind die Kanaren auch vermehrt Schauplatz für menschliche Tragödien. Letzten Freitag sind weitere drei Migranten gestorben. Eine Person war bereits tot, als die Seenotrettung sie fand, zwei weitere waren in schlechtem Zustand und starben auf Gran Canaria. Die Überlebenden waren bei Ankunft stark unterkühlt und dem Verdursten nah. Bereits kurz nach diesen traurigen Nachrichten kamen nach den Ereignissen am Freitag am Folgetag rund 100 Migranten innerhalb von 24 Stunden an.

Am Montag meldete sich dann die gemeinnützige Menschenrechtsorganisation „Caminando Fronteras“ bei den Seenotrettungsbehörden. Es werden seit Juli um die sechs Schiffe mit ungefähr 300 Personen an Bord vermisst. Nach Angaben von Verwandten der Personen an Bord befinden sich darunter mindestens neun Kinder.

Zurzeit gibt es keine Spur von den 274 Personen, die an verschiedenen Startpunkten die afrikanische Küste verlassen haben. Ein Boot, welches am Montag von einem Handelsschiff 42 Meilen von Gran Canaria entdeckt worden war, könnte aber eins der vermissten Schiffe sein. An Bord sind um die 50 Personen.

Die Gemeinde Mogán auf Gran Canaria ist am stärksten von der Krise betroffen. Im Fischerdorf Arguineguín steht seit Ende September ein vorläufiges Camp, welches abgebaut werden soll, nachdem es mehr als 400 Personen beherbergt hatte. Dort schlafen Migranten bei hohen Temperaturen in Zelten, die vom Roten Kreuz aufgebaut wurden. Es wird gefordert, dass sie an einen Ort kommen, an dem die Hygienemaßnahmen besser eingehalten werden können.

„So lange das ‘Camp der Schande’ in Arguineguín steht werden wir unsere Stimme erheben“, erklärte Bürgermeisterin Onalia Bueno García in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Stadtrat.

Deshalb öffnet das Gesundheitsministerium die Internierungszentren für Ausländer in Barranco Seco auf Gran Canaria sowie Hoya Fría auf Teneriffa wieder. Beide waren seit dem 31. März wegen einem Ausbruch von COVID-19 geschlossen. Das soll eine schnelle Überführung in andere Länder ermöglichen.

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