Härtere Strafen für Tierquäler gefordert

Härtere Strafen für Tierquäler gefordert

Timple ist ein Sinnbild für misshandelte Tiere in ganz Spanien geworden. / Archiv

KANAREN | Die Partei Sí Podemos Canarias will härtere Strafen für Tiermisshandlung durchsetzen. In der Plenarsitzung am Mittwoch werden sie neue Maßnahmen für den Tierschutz vorstellen, wie vorgeschlagen von der Fraktionspräsidentin María del Río.

„Wie wir mit Tieren umgehen ist eine Reflexion unserer Menschlichkeit. Tiere verdienen ein Leben ohne Leid, Demütigung und Ausnutzung“, so Del Río.

Der Vorschlag der Fraktion wurde von einem grausamen Video inspiriert, welches durch soziale Netzwerke ging. In diesem wird der Straßenhund Timple auf Lanzarote zu Tode gefoltert. Bilder davon führten zu weitreichender öffentlicher Empörung.

Gerechtigkeit für Timple

Timple war ein bekannter Streuner in Teguise. Das Paar, das Timple am 18. Juli einfing, tötete und die Tat auf Video aufzeichnete, bekam ein leichtes Urteil: nur vier Monate Gefängnis und 16 Monate Tierhalteverbot.

In einer Online-Petition und bei Demonstrationen auf Lanzarote, Gran Canaria, La Palma und Teneriffa riefen Menschen nach Gerechtigkeit für Timple und härtere Maßnahmen bei Gewalt gegen Tieren. Der Künstler „Sabotaje al Montaje“ widmete Timple ein Wandgemälde in Teguise, dem Ort seines Todes.

Gesetzesreform lang überfällig

Auch laut Del Río sind die aktuellen Gesetze nicht adäquat, um ein solches Verhalten, wie im Video gezeigt, ausreichend zu bestrafen. Die Gesetzgebung müsse dringend reformiert werden, um Gewalt gegen Tiere stärker zu ahnden. Der Tierschutzbeauftragte der Partei gab an, dass es auf den Kanaren mehr als eine halbe Million Haustiere gibt. Jährlich werden 10.000 davon ausgesetzt. In ganz Spanien sind es 200.000 Tiere im Jahr. Die kanarischen Inseln sind zudem eine der wenigen Regionen, in der noch Hahnenkämpfe erlaubt sind. Geplant ist eine Initiative gegen Misshandlung und Vernachlässigung in Absprache mit Stadträten und Gemeinden.

Daten der Generalstaatsanwaltschaft zeigen, dass es in den letzten Jahren vermehrt zu Beschwerden und Gerichtsverfahren kam, die mit Tiermisshandlung zu tun hatten. Das zeigt einen Umschwung im Denken der Gesellschaft, eine größere Bereitschaft zum Tierschutz.

Das Konzept von Tieren als bloßen „Gegenstand“ müsse vergessen werden. Sie sind Wesen, “die sich ihrer Umwelt bewusst sind, die leiden können und das Recht haben, vom Gesetz geschützt zu werden”, so Del Rio.

Quellenangaben

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