Müllmafia verschiffte Giftmüll nach Afrika

Müllmafia verschiffte Giftmüll nach Afrika

In großem Stil wurde Elektronikmüll falsch deklariert und nach Afrika verschoben.

Im Rahmen der Operation „Basel-TF“ haben die Ermittler verschiedener Einheiten der Guardia Civil in Zusammenarbeit mit Europol einen Schleuserring ausgehoben, der giftigen Elektronikmüll nach Afrika verschifft hat. Allein 2018 und 2019 sollen so durch 138 illegale Mülltransporte 2.500.000 Kilogramm gefährlichen Mülls in Länder wie den Senegal, Ghana, Gambia, Togo, Benin, Guinea Conakry, Sierra Leone und vor allem nach Nigeria verschoben worden sein. Der geschätzte Gewinn für die Müllmafia beläuft sich auf rund 846.000 Euro.

Bislang wurden 34 Personen auf Teneriffa und Gran Canaria festgenommen, gegen insgesamt 40 Verdächtige wird ermittelt. Die meisten mutmaßlichen Täter sind afrikanischer Herkunft. Eine Hauptdrahtzieherin, eine 62-jährige Italienerin, wurde in El Fraile bei Arona festgenommen. Sie war vor allem für die Fälschung der Papiere zuständig. Denn in Containern wurden Gebrauchtwaren, darunter sehr viel Elektronik- und Haushaltsgeräte nach Afrika verschifft. Aber auch gebrauchte Zweiräder und Ersatzteile für Fahrzeuge. Doch die Elektronikgeräte wie Computer und  Bildschirme oder die Kühlschränke waren nicht, wie angegeben, funktionstüchtig und zum Weiterverkauf bestimmt, sondern einfach nur Schrott, der illegal und billig entsorgt werden sollte.

 

Gefahr für Mensch und Umwelt

Dieser Zivilisationsmüll wird in den afrikanischen Ländern meist auf illegalen Halden von Kinderhänden entsorgt. Sie arbeiten unter freiem Himmel, ungeschützt, mit bloßen Händen und mit giftigen Substanzen wie unter anderem Kadmium, Quecksilber, Blei, Arsen, Phosphor, gefährliche Ölen und ozonschädigenden Gasen, die illegal in der Natur entsorgt werden. Eine skrupellose Geschäftemacherei auf dem Rücken von Mensch und Umwelt. Die Ermittlungen dauern noch an, weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen.

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