Organisierte Kriminalität auf dem Rücken geschützter Arten

Organisierte Kriminalität auf dem Rücken geschützter Arten

Beschlagnahmte Exemplare aus der Operation „ORATRIX“.

Die Guardia Civil hat eine kriminelle Gruppe zerschlagen, die am illegalen Handel mit geschützten Arten beteiligt war. Die Tiere wurden in Länder wie Marokko exportiert.  Darüber hinaus wurden bis zu 20 Betrugsdelikte gegen Personen aufgeklärt, die diese Art von Tieren aus dem Netzwerk erworben hatten. Im Rahmen der Operation ORATRIX, die in drei Phasen entwickelt wurde, wurden 23 Personen festgenommen und im Zusammenhang mit dem illegalen Handel mit Arten vernommen. Der Umschlagplatz und Hauptsitz der Bande lag im Süden Spaniens. Die Guardia Civil beschlagnahmte mehr als 280 geschützte Exemplare, darunter Aras, Papageien und Kakadus, sowie zahlreiche Unterlagen und Bargeld. Die Papiere der Tiere waren gefälscht oder existierten überhaupt nicht. Sie wurden in Voliéren gehalten. Die Polizei beschlagnahmte bei der Durchsuchung nicht nur die geschützten Tiere, sondern stellten in einer Innenplantage auch mehr als 400 Marihuana-Pflanzen sicher. Der Wert der beschlagnahmten Vögel wird mit rund 550.000 Euro veranschlagt. Jährlich machten die Mitglieder mehr als 100.000 Euro mit dem illegalen Handel.

 

Aufwendige Ermittlungsarbeit

Die genetische Identifizierung der Arten war für die Forschung von grundlegender Bedeutung. Als Ergebnis dieser Analysen wurde überprüft, ob die Herkunft der Vögel legal war oder nicht. Genetische Proben machen die Herkunft rückverfolgbar. Mehr als 250 Proben wurden entnommen und analysiert. Spanien ist für viele Geschäftsbeziehungen mit Südamerika das Tor nach Europa und Asien. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass es in Nordafrika offenbar eine steigende Nachfrage nach diesen geschützten Arten gibt. Die Ermittlungen, unterstützt durch EUROPOL dauern noch.

 

Handel mit Arten

In den letzten Jahren hat sich die Umweltkriminalität zu einer der lukrativsten Aktivitäten entwickelt, die jedes Jahr Milliarden von Euro bewegt. Was den organisierten Tierhandel betrifft, so stellt er neben dem Menschen- und Drogenhandel eine der wichtigsten Bedrohungen auf globaler Ebene dar. Es werden die unterschiedlichsten Arten gehandelt (Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische, Pflanzen) und die starke Nachfrage auf einigen Märkten hat dazu geführt, dass sich viele von ihnen heute in einer so kritischen Situation befinden, dass die Behörden auf der ganzen Welt Maßnahmen ergriffen haben, um diesen Verlust an biologischer Vielfalt zu bekämpfen.

Quellenangaben

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