10 Maßnahmen sollen Selbstständige retten

10 Maßnahmen sollen Selbstständige retten

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise haben viele Selbstständige in die Insolvenz getrieben.

SPANIEN 🇪🇸 | Der Nationalverband der Selbstständigen (ATA) forderte am Dienstag zehn Maßnahmen von der Regierung, um die Auswirkungen der Coronakrise auf die wirtschaftlich mit am stärksten betroffene Personengruppe abzufangen: die Selbstständigen. Dazu gehören unter anderem Direkthilfen von sechs Milliarden Euro, eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung ERTE und Steuererleichterungen. Die Direkthilfen sollen noch vor dem ersten April dieses Jahres ausgezahlt werden, an die deren Einnahmen seit der Pandemie um die Hälfte zurückgefallen sind.

Lorenzo Amor, der Präsident von ATA, kritisierte, dass „Spanien das einzige europäische Land ist, das Selbstständigen keine direkte Hilfe gewährt hat, das einzige Land, das Unternehmern nicht für die Schließungen oder Beschränkungen entschädigt hat, die wegen der Pandemie angeordnet wurden“. Kurzarbeit und Kredite könne man nicht als direkte Hilfen bezeichnen, sondern eher als Entschädigungen.

Amor fordert eine direkte Finanzspritze für die 600.000 Freiberufler, die ihre Tätigkeit einstellen mussten und die 300.000 Unternehmen, die noch mit ERTE arbeiten. „Das sind diejenigen, die direkte Hilfe benötigen, um sich selbst zu erhalten“, sagte er. Die Finanzhilfen müssten entsprechend der Unternehmensgrößen angepasst werden.

Außerdem besteht die Forderung, die Kurzarbeiterregelung ERTE mit allen Modalitäten bis zum 31. Dezember 2021 zu verlängern. Die Zähler sollten auf null zurückgesetzt werden – für die Leistung aller Selbstständigen, die ihre Beitragszeit ausgeschöpft haben und seit dem 1. Januar 2021 Begünstigte sind. 90 Prozent derjenigen, die eine Kündigung bekommen, hätten ihre Steuerperiode bereits ausgeschöpft, so Amor.

Deshalb müssten die administrativen Hindernisse beseitigt werden, die den Zugang von Selbstständigen und Kleinunternehmen zu Beihilfen, Subventionen und öffentlichen Ausschreibungen versperren. Aktuell verspäten sich bereits die versprochenen Finanzhilfen für Selbstständige.

Das sind die zehn Maßnahmen, die ATA für Selbstständige fordert

  1. Arbeitslosengeld: Das Arbeitslosengeld für Selbstständige (Cese de actividad), die kaum Einnahmen haben, soll bis zum 31. Dezember 2021 verlängert werden. Außerdem sollen die Zähler zurückgesetzt werden.
  2. ERTE: Eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung ERTE mit allen Modalitäten bis zum 31. Dezember 2021 wird gefordert.
  3. Direkthilfen: Sechs Milliarden Euro Direkthilfe sollen an die Millionen Selbstständige gehen, deren Tätigkeit aufgrund der Coronakrise um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist. Die Auszahlung sollte durch eine direkte Überweisung oder Verrechnung mit Sozialversicherungsbeiträgen oder Steuern erfolgen.
  4. ICO-Kredite: Die Fristen zur Rückzahlung sollten für Selbstständige automatisch verlängert werden.
  5. Umstrukturierung von Schulden und Insolvenz: Die EU-Richtlinie über vorbeugende Umstrukturierungsmaßnahmen, Schuldenerlass und Insolvenz soll sofort umgesetzt werden. Bei Schulden sollte es zu außergerichtlicher Einigung kommen. Die Insolvenz sollte außerdem als Privatinsolvenz behandelt werden.
  6. Zahlungsverzug: Es sollte einen Fond zur Schuldenverwaltung geben, um unbezahlte Rechnungen von selbstständigen Händlern zu begleichen. Außerdem soll es Strafen bei wiederkehrender Kriminalität geben.
  7. Steuern: Es werden automatische Erleichterungen und Verschiebungen von Beiträgen gefordert. Zudem sollten Homeoffice-Kosten absetzbar sein, was gerade nicht der Fall ist .
  8. Rente: Der Renteneintritt ab 66 Jahren von Selbstständigen, die sich im Cese de Actividad befinden, soll im Jahr 2021 erleichtert werden.
  9. Blockierungen: Es wird eine Beseitigung administrativer Hindernisse erwartet, die den Zugang von Selbstständigen und Kleinunternehmen zu Beihilfen, Subventionen und öffentlichen Ausschreibungen versperren.
  10. Europäische Fonds: Es sollen priorisiert Projekte finanziert werden, deren Ziel die Produktion und Bereitstellung von Instrumenten für die Digitalisierung, Umstrukturierung und Neuausrichtung, sowie die Nachhaltigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen und Selbstständigen ist.

Hinweis der Redaktion

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Die aktuelle Lage hinsichtlich sämtlichen Themen zu Corona können sich jederzeit ändern.

Bitte beachten Sie das Datum der Publikation, um Missverständnissen vorzubeugen.

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