Spanien stoppt AstraZeneca-Impfung wegen Nebenwirkungen

Spanien stoppt AstraZeneca-Impfung wegen Nebenwirkungen

Die spanische Gesundheitsministerin Carolina Darias.

SPANIEN 🇪🇸 | Das spanische Gesundheitsministerium unter der Leitung von Carolina Darias hat am Montag entschieden, die Impfungen gegen COVID-19 mit den Dosen von AstraZeneca für 15 Tage auszusetzen.

Am Freitag verkündete die WHO, dass es keinen Grund gibt, den AstraZeneca-Impfstoff nicht zu verwenden. Mehrere Fälle von Thrombosen (Blutgerinnsel) führten jedoch zu Bedenken. Einige europäische Länder wie Deutschland, Frankreich, Irland und die Niederlande haben bereits ganz aufgehört, mit AstraZeneca zu impfen.

Auf den Kanaren wurden laut dem Gesundheitsministerium bisher 37.166 Dosen verabreicht. Letzte Woche wurden allerdings schon vorsorglich 260 Dosen von AstraZeneca beiseitegelegt, nachdem Bedenken zu den Nebenwirkungen laut wurden.

Das Unternehmen AstraZeneca schrieb in einer Erklärung, dass es keine Beweise für ein erhöhtes Thrombose-Risiko aufgrund der Impfdosis gibt. Laut dem Labor gab es in der EU und im Vereinigten Königreich bisher 15 Fälle von tiefer Venenthrombose und 22 Fälle von Lungenembolie unter mehr als 17 Millionen Menschen, die bis zum 8. März geimpft wurden. Die Krankheitsfälle, so AstraZeneca, entsprechen dem normalen Vorkommen in der Bevölkerung. Der monatliche Sicherheitsbericht des britischen Labors wird nächste Woche auf der Webseite der Europäischen Arzneimittelagentur veröffentlicht.

AstraZeneca-Nebenwirkungen müssen untersucht werden

Das spanische Gesundheitsministerium bestätigte, dass die Anzahl der gemeldeten Fälle von thrombotischen Ereignissen mit der Anzahl übereinstimmt, die in der Allgemeinbevölkerung auf natürliche Weise auftreten. Übers Wochenende wurde jedoch entschieden, dass das Thrombose-Risiko im Zusammenhang mit der Impfung weiter untersucht werden muss. Allein am Wochenende kam es zu elf Fällen von abnormalen Hirnthrombosen: ein Fall in Spanien, sechs in Deutschland und vier in Norwegen. Die Patienten hatten bis 14 Tage nach der Impfung starke Kopfschmerzen, die sich im Liegen verschlimmerten und nicht durch die Einnahme von Schmerzmitteln verbesserten. Außerdem kam es zu Erbrechen und Blutungen.

Das Ministerium erklärte, dass es sich um Fälle von zerebraler Venenthrombose handelt. Besonders dabei ist die Abnahme der Anzahl von Blutplättchen im Blut, was auf eine abnormale Aktivierung des Gerinnungssystems hindeutet, eine Obstruktion der Gehirnvenen. Deshalb will Spanien die Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff ab diesem Dienstag für die nächsten zwei Wochen aussetzen. 760.966 der sich in Spanien befindenden Dosen des britischen Impfstoffs bleiben nun erstmal im Lager.

In Bezug auf die notwendige zweite Injektion, um den Impfprozess abzuschließen, bezog sich das Gesundheitsministerium auf den zeitlichen Spielraum. Im Gegensatz zu anderen Stoffen ist dieser bei AstraZeneca deutlich höher: die zweite Impfdosis kann bis zu 84 Tagen nach der ersten verabreicht werden, um die Impfung abzuschließen.

Die Verantwortlichen der Europäischen Arzneimittelagentur haben am Donnerstag ein außergewöhnliches Treffen mit AstraZeneca vereinbart, um die Situation zu besprechen.

Hinweis der Redaktion

Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Die aktuelle Lage hinsichtlich sämtlichen Themen zu Corona können sich jederzeit ändern.

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