Ausschreitungen der Pablo Hasél-Sympathisanten in Spanien

Ausschreitungen der Pablo Hasél-Sympathisanten in Spanien

Demonstranten bei den Ausschreitungen versuchen ein Fahrzeug der Nationalpolizei zu beschädigen. / Quelle: EFE

SPANIEN 🇪🇸 | Der spanische Rapper Pablo Rivadulla alias Pablo Hasél wurde am 16. Februar gegen 8:25 Uhr in der Universität von Lleida verhaftet. Ihm werden verschiedene Verbrechen gegen die spanische Krone und deren Instanzen vorgeworfen. Die Anklage lautet: Verherrlichung von Terrorismus, Verleumdung und Beleidigung des spanischen Königshauses , Unterstellungen gegen die Nationalpolizei und die Guardia Civil, Behinderung der Justiz und deren Maßnahmen.

Diese Anklagepunkte sind massiv und werden gravierende Folgen für Pablo Hasél haben. Allerdings hätte niemand mit solchen Handlungen der Sympathisanten des Rappers gerechnet. Im ganzen Land finden massive Gewaltproteste statt, um die Freilassung des Musikers zu erzwingen.

Die Aussagen und Handlungen von Pablo Hasél

Pablo Hasél hatte im Zeitraum von 2014 bis 2016 unzählige Male auf seinem Twitter-Profil, das rund 54.000 Follower hat, die Nationalpolizei als Mörder und Söldner bezeichnet. Die Guardia Civil soll im Jahr 2014 mehrere Flüchtlinge grundlos erschossen haben, so die Ansicht des Rappers. Jedoch versuchten damals mehrere Dutzende Flüchtlinge über die Grenze nach Ceuta (Bericht RTVE) zu kommen. Die Flüchtlinge hatten damals mit Steinen geworfen, um die Beamten daran zu hindern, sie aufzuhalten.

Daraufhin hatten einige Beamte Gummigeschosse abgefeuert. Mehrere Flüchtlinge kamen jedoch bis zu einer engen Passage, wo einige zu Tode stürzten. Die übrigen Flüchtlinge, die die Grenze überqueren konnten, wurden zur Untersuchung ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht.

Pablo Hasél verglich diese Situation mit einer Bombe in der Basilika von Pilar in Saragossa: Dort war am 2. Oktober 2013 ein Sprengsatz explodiert und hatte mehrere Kunstwerke beschädigt. Hasél stellt die verurteilten Anarchisten und Bombenleger mit den Beamten der Guardia Civil damals in Ceuta gleich.

„Die Anarchisten, die Homosexuelle oder Katalanen töten wollen, werden verurteilt aber Beamte einer nostalgischen Sondereinheit, die einem korrupten König Treue geschworen haben, können einfach so auf Flüchtlinge schießen und kommen ungestraft davon“, so Hasél bei einer Gerichtsverhandlung Anfang Februar.

Der Oberste Gerichtshof von Spanien hatte Pablo Hasél bereits 2019 für die Verherrlichung von Terrorismus verurteilt. Er hatte mehrere Songs veröffentlicht, die zum Terrorismus aufrufen und dessen Handlungen verharmlosen.

Die Ausschreitungen sind keine Proteste

Der ganze Fall Pablo Hasél richtet in ganz Spanien zurzeit reines Chaos an und setzt mehrere Städte in eine Art Anarchiestatus. Madrid, Barcelona, Lleida, Girona oder Granada sind nur einige der betroffenen Regionen mit Ausschreitungen. In Madrid und Barcelona ist es jedoch besonders gravierend. Es gab bereits hunderte Verhaftungen in beiden Großstädten. Die Demonstranten tragen Schilder mit sich, mit den Aufschriften „Vom Staat entführt“ oder „Alle auf die Straße“.

Die Beamten der Nationalpolizei und in Madrid ebenfalls die Policía Municipal, wirken mit Hundertschaften entgegen und versuchen die Gewaltausschreitungen zu unterbinden. Es wird geplündert, Sachschaden in Millionenhöhe mutwillig verursacht, Feuer gelegt in Müllcontainern, die im Anschluss umgeworfen werfen, um sie als Barrikade einzusetzen.

In Madrid wurden bei den Ausschreitungen bereits Pflastersteine aus dem Boden herausgeschlagen, um diese als Wurfgeschosse gegen die Beamten zu nutzen.

Die Zentralregierung unter der Führung von Pedro Sánchez kündigte am Freitag an, dass massive Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, um jegliche Gewaltanwendung bei den Ausschreitungen zu unterbinden.

„Wir können nicht zulassen, dass bei jeder Entscheidung von Instanzen wie zum Beispiel des Obersten Gerichtshofs von Spanien, pure Zerstörung und Gewalt angewendet wird, nur weil eine andere Meinung besteht als die der Instanz. Wir sind und bleiben weiterhin eine Demokratie“, so Sánchez am Freitag in der Pressekonferenz.

Der spanische Präsident Pedro Sánchez bei der Pressekonferenz am Freitag. / Quelle: La Moncloa
Der spanische Präsident Pedro Sánchez bei der Pressekonferenz am Freitag. / Quelle: La Moncloa
Isabel Díaz Ayuso zeigt einen Pflasterstein, um die zu demonstrieren, welche Gefahr bei den Ausschreitungen herrscht. / Quelle: Spanischer Kongress
Isabel Díaz Ayuso zeigt einen Pflasterstein, um die zu demonstrieren, welche Gefahr bei den Ausschreitungen herrscht. / Quelle: Spanischer Kongress

Die Vorsitzende der lokalen Regierung von Madrid, Isabel Díaz Ayuso, fordert in Anbetracht dieser Situation den spanischen Präsidenten dazu auf, den Vizepräsidenten Pablo Iglesias von seinem Amt zu entheben zu entlassen.

„Der Vizepräsident ist ein Befürworter der Ausschreitungen, wie er im sozialen Netzwerk Twitter gezeigt hat. Er verharmlost die Aussagen von Pablo Hasél und unterstützt die Demonstranten bei deren Vorhaben, obwohl er sehen kann, dass diese Ausschreitungen keine Proteste mehr sind, sondern pure Anarchie“, so Ayuso beim Treffen des spanischen Kongresses.

Welche Auswirkungen diese Ausschreitungen noch haben werden, ist bislang unbekannt. Mit Sicherheit steht jedoch fest, dass die spanische Exekutive massive Gegenmaßnahmen ergreifen wird, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, bevor ganze Innenstädte in Schutt und Asche liegen.

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