Neues Beitragssystem – Selbstständige sollen weniger zahlen

Neues Beitragssystem – Selbstständige sollen weniger zahlen

Der Generalsekretär der Seguridad Social, Israel Arroyo Martínez, im Kongress. / Archiv

SPANIEN 🇪🇸 | Die meisten Selbstständigen würden mit dem neuen Beitragssystem weniger Abgaben haben. Dies erklärte Israel Arroyo, Generalsekretär der Seguridad Social, auf einer Pressekonferenz letzte Woche. Das neue Modell basiert auf Nettorenditen, die den tatsächlichen Gewinn nach Abzug aller Steuern darstellen. „Die Zahl der Freiberufler, die davon profitieren werden, ist viel höher als die Zahl derjenigen, die mehr bezahlen müssen“, sagte Arroyo.

Aus den Daten von Arroyos Abteilung geht hervor, dass fast die Hälfte der Selbstständigen unter dem Mindestgehalt verdient. Nur 700.000 haben ein Einkommen von mehr als 25.000 Euro pro Jahr. 46,1 Prozent der Unternehmer (insgesamt 1,3 Millionen) erzielten 2019 eine Nettorendite von weniger als 12.600 Euro pro Jahr. Doch 53,9 Prozent der rund 1,6 Millionen Selbständigen überschritten diese Grenze. Sie hatten ein Einkommen zwischen 600.000 und 700.000 Euro nach Abzug der Kosten (welche sich auf mehr als 25.000 Euro beliefen). Im Grunde verdient also nur jeder fünfte Freiberufler mehr als 25.000 Euro pro Jahr.

Neues Steuermodell basiert auf erwartetem Einkommen der Selbstständigen

Das neue Beitragsmodell ist noch in Planung, das Ministerium hat aber vor einigen Tagen bereits einen ersten Vorschlag vorgelegt. Das Modell soll flexibel sein und auf den Nettorenditen der Handelsbranchen basieren. Beträge wurden noch nicht definiert. Aktuell können Selbstständige ihre Beitragsbasis zwischen einem Minimum und einem Maximum frei wählen. Im neuen Modell würde jeder Selbständige auf der Grundlage seines erwarteten Einkommens eine Beitragsbasis haben. Die Basis könnte mehrmals im Jahr von ihm selbst geändert werden, um sich an den Gewinn anzupassen. Am Ende des Geschäftsjahres würde es dann zu einer Abrechnung kommen.

Jeden November müssten die Selbstständigen ihr Nettoeinkommen, das auch in der Steuererklärung festgehalten ist, an die Sozialversicherung senden. Dann wird dies mit den vorläufigen Beitragsgrundlagen verglichen, ähnlich einer Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn der Selbstständige also mehr als das eigentliche Einkommen eingezahlt hat, würde die Sozialversicherung den Überschuss automatisch zurückzahlen. Umgekehrt müsste er die Differenz zahlen, wenn zu wenig beigetragen wurde.

José Luis Escrivá, der Minister für Sozialversicherung, Integration und Migration, hatte bereits vergangenen Januar angekündigt, dass zwei Drittel der Selbstständigen durch diese Regelung einen niedrigeren monatlichen Beitrag an die Sozialversicherung leisten müssten.

Selbstständige gehören zu den Personengruppen, die am meisten unter den Folgen der Wirtschaftskrise leiden, die durch COVID-19 verursacht wurde. Niedrigere Beiträge könnten die Lebensgrundlage einiger Betroffenen langfristig sicherer machen, vor allem, da sich die Finanzhilfen durch den Staat verspäten.

Quellenangaben

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