Fachkräfte dringend gesucht in Spanien

Fachkräfte dringend gesucht in Spanien

Klinik-Ärzte bei einem chirurgischen Eingriff.  / Archiv

SPANIEN 🇪🇸 | Trotz der Corona bedingten Wirtschaftsflaute und der damit verbundenen hohen Arbeitslosigkeit auf den Kanaren, ebenso wie in den restlichen Landesregionen, sind viele Unternehmen verzweifelt auf der Suche nach Fachkräften. Praktisch jedes zehnte Stellenangebot bleibt bei fast vier Millionen Arbeitslosen unbesetzt. Das ist ein Paradox des spanischen Arbeitsmarktes und basiert hauptsächlich auf dem Mangel an Fachkräften in den am meisten nachgefragten Sektoren.

Rund 80 Prozent der Personalmanager geben zu, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von geeigneten Kandidaten für ihren Betrieb zu haben – ein Anteil, der in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent in die Höhe geschossen ist. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Personalunternehmens Adecco hervor, das festgestellt hat, dass der Anteil der unbesetzten Stellen in einigen sehr spezifischen Profilen und geografischen Gebieten auf fast 60 Prozent ansteigt.

Welche Fachkräfte werden am meisten gebraucht?

Fachkräfte im IT- und Telekommunikationssektor, Gesundheitspersonal auf fast allen Ebenen und einige industrielle Berufe wie Schweißer, Elektromechaniker, Fräser, Dreher, Gabelstaplerfahrer, Arbeiter im Lebensmittelsektor sowie Wartungstechniker, gehören zu den am schwierigsten zu besetzenden Stellen in Spanien. Schwierigkeiten gibt es auch bei der Rekrutierung von Vertriebs- und Verwaltungsmitarbeitern mit Fremdsprachkenntnissen, Telefonisten und Ingenieuren im Allgemeinen. Tatsächlich herrscht in all diesen Positionen technisch gesehen das, was man als Vollbeschäftigung bezeichnet.

Auf der Suche nach Ursachen

Es gibt mehrere Gründe für den Fachkräftemangel, einer davon ist das Fehlen qualifizierter und gut ausgebildeter Personen in bestimmten Bereichen. Ein deutliches Beispiel dafür ist der ernsthafte Mangel an Fachkräften mit einem Berufsausbildungsabschluss, egal ob es sich um einen mittleren oder höheren Abschluss handelt. Die Nachfrage nach beruflicher Ausbildung ist hoch und liegt weit über dem vorhandenen Angebot: 38,8 Prozent der in Spanien veröffentlichten Stellenangebote setzen die Ausbildung als Grundbedingung voraus. Der Anteil entspricht dem Angebot für Hochschulabsolventen.

Darüber hinaus verhält es sich in vielen der bestehenden Berufsbildungsausbildungen wie bei den sogenannten MINT-Hochschulabschlüssen: die Rolle der Frauen ist in diesen Studiengängen rückständig, was das Angebot an diesen Fachkräften weiter einschränkt.

Doch es gibt noch weitere Faktoren für das Ungleichgewicht, wie z. B. wechselnde Schichten für bestimmte Stellen oder die Beherrschung von Sprachen, da die Kenntnis einer dritten Sprache zunehmend gefordert wird. Laut dem Bericht ist die Suche nach hochspezialisierten Fachkräften in einigen Regionen und für bestimmte Positionen deshalb kritisch.

Hinzu kommt, dass die Personalmanager eine geringere Mobilitätsbereitschaft von Arbeitnehmern und Arbeitslosen feststellen, die durch die Coronakrise und die damit verbundenen Bewegungseinschränkungen verursacht wird.

Quellenangaben

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