Kinderarzt Jorge Muñoz zur Corona-Situation

Kinderarzt Jorge Muñoz zur Corona-Situation

Der renommierte Kinderarzt Jorge Muñoz Ă€ußert sich zu der Corona-Situation.

MALLORCA | Welche Auswirkungen und Folgen kann Corona tatsĂ€chlich fĂŒr die Kleinsten von uns haben und wie sollen sich Eltern verhalten? Die Angst der Eltern bezĂŒglich des Schulbeginns sei nachvollziehbar und auch gerechtfertigt, so Jorge Muñoz Chefarzt der Kinderstation im Krankenhaus QuirĂłn. In einem Interview mit El Mundo beantwortet der renommierte Kinderarzt wichtige Fragen und will den Eltern Sicherheit vermitteln. Muñoz ist schockiert ĂŒber die Leugner der Pandemie, die aus dem medizinischen Bereich kommen. Dass sich Laien gerne einmal aufgrund von Unwissenheit, dazu Ă€ußern als wĂ€ren sie Spezialisten und die Pandemie und deren Auswirkungen anfangen zu leugnen, sei nichts Neues. Es sei jedoch schockierend, dass es auch Mediziner gibt die das Ganze nicht sachlich und medizinisch beurteilen.“, sagte der Chefarzt.

Der Kinderarzt rĂ€t allen Eltern die Angst haben, ihre Kinder die unter sechs Jahre alt sind, in die Schule zu senden, dies auch nicht zu machen. Die Schulpflicht besteht ab dem sechsten Lebensjahr in Spanien und den autonomen Gemeinschaften. Es sei richtig, dass die Kleinsten Kontakte knĂŒpfen und eine soziale Interaktion benötigen fĂŒr die persönliche Entwicklung, jedoch sei eine zeitliche Verzögerung von einem Jahr zum Beispiel kein extremer Einschnitt in die Entwicklung. Es sei auch eine schwierige Aufgabe, Kinder unter sechs Jahren daran zu hindern, die Masken zu entfernen und einen Abstand einzuhalten sowie stĂ€ndig die HĂ€nde zu waschen und in die Armbeuge zu niesen, wenn notwendig. Er hatte bereits zweijĂ€hrige Kinder in der Praxis, die es durch konsequentes Lernen verstanden haben, die Maske nicht abzulegen. Solche Ergebnisse seien aber im Einzeltraining einfacher als in der Gruppe.

Dazu kommt, dass die Kinder auch außerhalb der Schule Kontakt zu anderen Personen haben und das Risiko als ÜbertrĂ€ger zu fungieren weiterhin besteht. Diese Gruppierungen wĂ€hrend den Schulstunden seien somit keine effiziente Lösung, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Ein ebenfalls wichtiger Punkt, der von Jorge Muñoz angesprochen wurde, war die Verantwortung der Jugendlichen. Er sagte dazu, dass die steigenden Zahlen wie zum Beispiel auf Gran Canaria definitiv durch das naive Verhalten dieser Altersgruppe zurĂŒckzufĂŒhren seien. Kleinkinder sind in den meisten FĂ€llen asymptomatisch und können sich dem Virus schneller anpassen.

Der Kinderarzt ging weiter auf die Folgen ein und sagte, dass Corona fĂŒr die Kleinsten nur geringe körperliche Folgen haben wird. Die Folgen in der Psyche der Kinder seien definitiv abhĂ€ngig davon, was ihnen vermittelt wird. Wenn die Eltern und das Umfeld des Kindes unruhig und Ă€ngstlich seien, wird das Kind genau das ĂŒbernehmen. Ist das Umfeld aber ruhig und sachlich, wird auch der Kleinste dieses Verhalten ĂŒbernehmen. Es liegt also einmal mehr in der Eigenverantwortung von Eltern, Geschwistern und dem kompletten Umfeld des Kindes, welche Auswirkungen die Pandemie auf das Kind hat.

Wenn ein Kind unter sechs Jahren bereits Anzeichen oder Probleme mit Asthma oder den Bronchien hat, sollte es nach EinschĂ€tzung des Experten definitiv nicht zur Schule gehen. Kinder ĂŒber sechs Jahre, die an einem Herzleiden erkrankt sind oder andere chronischen Krankheiten haben oder Symptome einer Erkrankung aufweisen, sollten ĂŒber Online-Unterricht oder Heimarbeit unterrichtet werden.

„Eine NormalitĂ€t wie wir sie kannten, werden wir nie wieder haben. Wir mĂŒssen lernen, mit dem Virus zu leben, ohne ihn zu verharmlosen. Ein Virus kann jederzeit mutieren und in eine Richtung gehen, die uns noch nicht bekannt ist. Es geht hier nicht um Sterberaten oder die PCR-Tests, sondern alleine darum, eine Ausbreitung zu verhindern. Es wird auch einen Impfstoff geben, jedoch kann es noch dauern, bis einer auf dem Markt ist, der so gut wie keine oder nur geringe Nebenwirkungen aufweist.“ Daher empfiehlt der Kinderarzt auch, nicht den ersten Impfstoff zu nehmen der auf den Markt kommt.

Der Kinderarzt appellierte zum Schluss an die Hobby-Virologen, dass diese sich an die zustĂ€ndigen Behörden wenden sollten, um in kĂŒrzester Zeit einen effektiven Impfstoff zu entwickeln. Wenn dies aber nicht im Interesse der Hobby-Virologen sei, sollen sie aufhören, ihre kruden Thesen an die Öffentlichkeit zu bringen.„Schließlich geht niemand zum BĂ€cker und erklĂ€rt diesem, wie er das Brot zu backen hat“, sagte Muñoz.

Quellenangaben

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Artikel zum Thema Corona-Krise sind sehr transitorisch jedoch zum Zeitpunkt der Publizierung auf dem aktuellen Stand. Änderungen mit Vorbehalt.

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