Online-Betrüger verhaftet: 20 Millionen Euro erschwindelt

Online-Betrüger verhaftet: 20 Millionen Euro erschwindelt

Ein Erbe von mehr als eine Million Euro von einem unbekannten fernen Verwandten aus Valencia. Alles, was man dafür tun muss: eine im Verhältnis kleine Summe an Verwaltungskosten zahlen. Hört sich ein wenig zu gut an? Ist es leider auch. Die Guardia Civil hat 60 Personen festgenommen, die ihre Opfer mit ausgedachten Erbansprüchen betrogen haben sollen. Sie stehen wegen Betrug, Geldwäsche und krimineller Vereinigung unter Verdacht.

Dabei handelt es sich um eine internationale Organisation mit Sitz in Valencia, angeführt von Personen nigerianischer Herkunft. Sie lockten ihre Opfer mit dem Versprechen einer großen Erbschaft, die nur mit einer Anzahlung für Verwaltungskosten freigegeben werden könnte. 

Die Investigation begann im Februar 2018, als das US-Ministerium für innere Sicherheit von jemandem kontaktiert wurde, den die Masche stutzig gemacht hat. Die Person war skeptisch, da sie von keinem Verwandten in Spanien wusste und anfallende Steuern für die Überweisung des Erbes zahlen sollte.

Das Vorgehen der Online Betrüger

Die Schwindler hatten zunächst etliche E-Mails und Faxe von einem fiktiven Anwalt versendet, in Hoffnung, dass sich jemand meldet, der auf den Betrug reinfällt. In der Korresponenz wurde erklärt, dass der Verstorbene keine anderen Verwandten in Spanien hat und man die anfallenden Verwaltungskosten zahlen muss, wenn man das hohe Erbe annehmen möchte. Hatte sich das Opfer darauf eingelassen, fungierte ein weiteres Mitglied der Organisation als Direktor einer fiktiven Bank oder Sicherheitsfirma, bei der das Geld gelagert sei. Manche der Opfer reisten dann von ihrer Heimat aus nach Valencia, um zu sehen, wo sich ihr Erbe befinden soll.

Dort boten die Mitglieder der Bande eine filmreife Szene, in der meist eine Frau den „Erben” in einem Taxi von seinem Hotel abgeholt und zum Finanzamt gefahren hat. Dort tat sie so, als wenn sie ein paar Dokumente durchgeht. Danach ging die Fahrt weiter zu einem Lager, welches die Sicherheitsfirma sein sollte. Dort stand ein Safe, in dem das Geld des Erbes anschließend sicher gelagert werden würde. Vom Opfer wurde gefordert, ein Teil der Verwaltungskosten in bar zu zahlen. Danach wurde gesagt, dass der Anwalt, der sich mit der Sache beschäftigt, krank ist. Er würde sich demnächst melden, um die bürokratischen Formalitäten abzuschließen.

Sobald die Betrugsopfer dann zurück in ihrem Heimatland waren wurde die verzögerte Auszahlung damit begründet, dass die spanischen Behörden länger brauchen. Dann wurden gefälschte Dokumente vom Obersten Gerichtshof und Steuerfirmen versendet. Sie besagten, dass weitere Zahlungen gemacht werden müssen, um neue Kosten abzudecken. Diese Masche wurde so lange ausgereizt, bis die Geschädigten nicht mehr bereit (oder in der Lage) waren, zu zahlen. 

Das erschwindelte Geld hat die Organisation an viele verschiedene Kontakte in ganz Spanien verteilt, damit die hohen Summen nicht auffallen und um den Fluss des Geldes zu vertuschen. Anschließend wurde das Geld in Containern nach Nigeria geliefert.

Die Zielgruppe der Betrüger

Ein Großteil der Opfer war zwischen 70 und 80 Jahre alt und kam aus Ländern wie der USA, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Norwegen, Schweden, Slowenien, Südkorea, Australien und Chile. Verschiedene internationale Behörden haben zusammengearbeitet, um den Betrügern letztendlich das Handwerk zu legen. Beteiligt waren die Polizeibehörden der betroffenen Länder sowie Europol, Interpol und das US-Ministerium für innere Sicherheit. Bei den bisher angezeigten Fällen wurden um die 20 Millionen Euro erschwindelt.

Zudem wurden bei den Betrügern in Valencia über eine Million Euro Falschgeld gefunden. Die Scheine sind dem US-amerikanischen Dollar nachempfunden. Dazu wurden noch 250.000 Euro in verschiedenen Währungen sichergestellt und weitere 270.000 Euro sind in diversen Bankkonten blockiert.

Quellenangaben

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