Sputnik V: Russischer Impfstoff könnte nach Spanien kommen

Sputnik V: Russischer Impfstoff könnte nach Spanien kommen

Gesundheitsministerin Darias will jeden Impfstoff annehmen, der von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen wird.

SPANIEN 🇪🇸 | Gesundheitsministerin Carolina Darias erwägt den Vertrieb des russischen Impfstoffs Sputnik V in Spanien. Putins Regierung hat letzten Freitag angekündigt, im zweiten Quartal des Jahres 100 Millionen Dosen an die Europäische Union liefern zu können.

Die Lizenzierung von Sputnik V wurde von Anfang an in Frage gestellt, da er nicht dieselben Kontrollen wie die anderen Stoffe durchlaufen hat. Er wurde vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau hergestellt, hatte aber die dritte Testphase mit Probanden nicht abgeschlossen. Stattdessen wurde er direkt an der russischen Bevölkerung getestet. Die westlichen Länder bemängelten die Transparenz der Moskauer Gesundheitsbehörden.

Trotzdem wurde der Vertrieb des russischen Impfstoffs bereits in 15 Ländern genehmigt. Dazu gehören unter anderem Argentinien, Bolivien und der Iran. Am Dienstag hat auch Mexiko den Vertrieb zugelassen.

Eine Genehmigung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) steht allerdings noch aus. Diese hat trotz der Antragstellung am 20. Januar noch keinen Termin für eine Prüfung festgelegt. Am Mittwoch garantierte die Kommissarin für Gesundheit, Stella Kyriakides, dass der russische Impfstoff nach denselben Kriterien wie die anderen Stoffe bewertet wird. Trotz fehlender Genehmigung durch die EMA ist Ungarn zum ersten und einzigen Land in der EU geworden, das Sputnik V zugelassen hat. Am Dienstag hat der Staat die ersten 40.000 Dosen erhalten.

Bei der Plenarsitzung des Kongresses am Mittwoch versicherte Gesundheitsministerin Darias, dass die spanische Regierung „offen und enthusiastisch“ jeden Impfstoff annehmen werde, der von der EMA zugelassen wird. „Das ist das einzige Kriterium“, sagte sie. Sie wies zudem auf den voranschreitenden Impfplan hin. Diesen Monat sollen 2,3 Millionen Dosen des Impfstoffs von biontech/Pfizer und Moderna in Spanien ankommen . Der Liefertermin von AstraZeneca steht noch aus.

Sputnik V soll zu 91,6 Prozent wirksam sein

Am Dienstag veröffentlichte die renommierte medizinische Fachzeitschrift The Lancet eine Studie zum bisher umstrittenen Impfstoff. Sputnik V hat laut der Experten eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Das war Auslöser für die EU, die Zulassung ernsthaft in Betracht zu ziehen. Der russische Impfstoff ist leicht zu konservieren – er kann in einem normalen Kühlschrank aufbewahrt werden. Außerdem kostet er nur acht Euro und wird in Russland sogar kostenfrei vertrieben. Aktuell wird er auch in Brasilien, Indien, Südkorea und Kasachstan hergestellt.

Der Kreml hatte erst am Mittwoch seine Bereitschaft angekündigt, die Produktion in weiteren Ländern zuzulassen. Russische Behörden haben bereits das deutsche Pharmaunternehmen IDT Biologika in Dessau kontaktiert, um eine Vereinbarung zur Herstellung von Sputnik V zu treffen.

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