Die Policia Nacional hat mit einer umfangreichen Operation, an der ĂŒber 250 Beamte beteiligt waren, eine Organisation ausgehoben, die eine GeschĂ€ftsstruktur hatte, die aus einem Film stammen könnte. Die „Telecoca“ hatte ĂŒber 2000 Kunden, die beim Callcenter anrufen konnten, um Kokain zu bestellen. Eine strukturierte Hierarchie gewĂ€hrleistete, dass alles ohne Komplikationen ablĂ€uft. Die Organisation garantierte nicht nur eine Lieferfrist und ein QualitĂ€tssiegel, sondern verteilte auch Treuepunkte fĂŒr die Kunden. Die normale Auslieferung fand nach Vorkasse des Kunden mit dem Motorrad statt. WĂ€hrend des Alarmzustandes hatte sich die Organisation aber eine andere Lösung einfallen lassen. Die Zulieferer verabredeten sich mit den Kunden in SupermĂ€rkten, um den Deal zum Beispiel in der GemĂŒseabteilung zu machen.

Es wurden 28 Personen in Haft genommen und 21 Hausdurchsuchungen durchgefĂŒhrt. Bei den Hausdurchsuchungen wurden knapp vier Kilo Kokain gefunden und mehr als 85.000 Euro sichergestellt. Zehn MotorrĂ€der und dutzende Handys sowie Verpackungsmaterial, Waagen und chemische Mittel zum Strecken des Kokains wurde beschlagnahmt.

 

Drogenhandel mit Struktur

Die Ermittlungen hatten vor einem Jahr begonnen, als Ermittlern der Verkauf von einzelnen Paketen auffiel. Die schnelle Verbreitung des Kokains wies darauf hin, dass es eine grĂ¶ĂŸere kriminelle Organisation im Hintergrund geben musste. Nach lĂ€ngeren Ermittlungen wurde festgestellt, dass die Organisation ĂŒber eine sehr große logistische Infrastruktur verfĂŒgen musste, um das Kundennetzwerk das ĂŒber 2000 Personen umfasste, bedient werden konnte. Kunden konnten im Callcenter anrufen und eine Kokain-Bestellung aufgeben. Die Dispo der Organisation koordinierte im Anschluss die Auslieferung sowie die Abfertigung mit einem der Zulieferer. In der ganzen Umgebung von Madrid wurde 25 Lieferanten-StĂŒtzpunkte lokalisiert die in acht Sektoren aufgeteilt waren. Kunden konnten sich die Drogen sogar bequem zum Arbeitsplatz liefern lassen.

 

Lieferfristen und Treuepunkte

Jeder Lieferant hatte ein QualitÀtssiegel, das dem Endabnehmer zeigte, wie zuverlÀssig der Lieferant ist. Umso zuverlÀssiger ein Zulieferer die Ware geliefert hatte, um so besser wurde seine Position in der Organisation. Auf der Ware waren immer das QualitÀtssiegel der Organisation, des Zulieferers sowie die Herkunft der Drogen ausgewiesen. Die Organisation hatte allen Endkunden eine Lieferzeit innerhalb von 20 Minuten versprochen, woran sich die Zulieferer auch halten mussten. Die Organisation hatte zudem Treuepunkte an die Endabnehmer verteilt, wodurch diese kleine Geschenke erhielten.

Quellenangaben

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