Vortex Bladeless – Windkraftanlagen ohne Flügel

Vortex Bladeless – Windkraftanlagen ohne Flügel

Das Start-Up Vortex Bladeless startete mit der Idee im Jahr 2012. / Das Team im Jahr 2019

SPANIEN 🇪🇸 | Hohe Säulen, die aufgrund des Windes das Zittern anfangen und dadurch grüne Energie erzeugen: Die spanische Startup-Firma Vortex Bladeless hat Windräder ohne ‚Räder‘ erfunden, die dieses Jahr weltweit getestet werden.

Durch spezielle Magnete wird garantiert, dass sich die Säulen je nach Windstärke so viel schütteln wie möglich. Ein Generator konvertiert die Bewegung durch die Vibrationen dann in Elektrizität. Die Idee kam einem der Gründer, dem Ingenieur David Yáñez, als er sich eine Aufzeichnung des Einsturzes der Tacoma-Narrows-Brücke in Washington im Jahr 1940 ansah. Durch den Wind fing die Brücke damals immer mehr an zu vibrieren und zu schwingen, bis sie einstürzte. Deshalb plant er, die sogenannte ‚Piezoelektrizität‘ zur Energiegewinnung nutzen. Bei dieser wird Spannung durch die elastische Verformung des Materials der Windanlage erzeugt.

Vortex Bladeless-Energie ist 40 Prozent günstiger

Die flügellosen Säulen von Vortex Bladeless stellen dabei eine deutlich kleinere Gefahr für Vögel dar als herkömmliche Windräder. Sie können zudem ohne Probleme nah beieinander platziert werden und erzeugen keinen hörbaren Schall. Außerdem, so die Firma Vortex Bladeless, ist die gewonnene Energie um rund 40 Prozent günstiger als die von regulären Windturbinen. Der Bau der Windkraftanlage kostet weniger, da keine Rotorblätter benötigt werden. Auch die Instandhaltung ist praktischer, da es kaum bewegliche Teile gibt, die geölt und gewartet werden müssen. Ein 2,75 Meter hoher Turm der Reihe „Tacoma“ soll etwa 230 Euro kosten und 100 Watt liefern, was um die 30 Prozent weniger Energie bedeutet als bei herkömmlichen Windanlagen. Durch die günstige Produktion kann das jedoch ausgeglichen werden, erklärte die Firma Vortex Bladeless.

Erste Testphase findet weltweit statt

Die flügellosen Anlagen sind zurzeit noch in der Entwicklungsphase. 100 ‚Vortex Nano‘-Geräte, die nur 85 cm hoch sind, wurden Anfang des Jahres auf der ganzen Welt zum Testen verteilt, überwiegend in Spanien. Tester sind NGOs, Universitäten, unabhängige Labore und verschiedene Partnerunternehmen. Nach Abschluss dieser Phase sollen mehr und mehr Geräte hergestellt und an neugierige Testwillige ausgesendet werden, bis die Optimierung abgeschlossen ist.

2020 war kein einfaches Jahr für das junge Unternehmen: Homeoffice-Zwang, langsamere Materiallieferungen und wegfallende Einnahmen haben dem Start-Up Vortex Bladeless zugesetzt. „Doch wir werden überleben!“, sagte Marketing- und Kommunikationsmanager Jorge Piñero gegenüber Teneriffa Aktuell.

“Aktuell sind wir eher inmitten einer Alpha- als Betaphase, mit nur 100 Anlagen, unsere allererste Serie, die weltweit getestet wird. Wir hoffen, dass diese Daten unsere Nano- und Tacoma-Serie verbessern können, damit wir auch für letztere irgendwann eine Beta-Kampagne für Endnutzer starten können.”, erklärte Piñero. “Die Zukunft ist für Start-Ups immer ziemlich ungewiss, gerade jetzt durch COVID-19.”

Momentan werden noch keine flügellosen Windkraftwerke auf den Kanaren getestet. Durch den Wind auf den Inseln wäre es aber ein perfekter Ort für die Anlagen, sagte Piñero.

Die Kanaren setzen in letzter Zeit einen immer größeren Fokus auf Nachhaltigkeit. Dazu gehört auch der Bau von regulären Windparks . Die größte Windturbine auf den Inseln ist 86 Meter hoch .

Quellenangaben

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