Erblindet durch Ala Octa – Kanarischer Gesundheitsdienst unschuldig

Erblindet durch Ala Octa – Kanarischer Gesundheitsdienst unschuldig

Ein Mann wurde bei der Operation seiner Netzhaut durch das Medikament Ala Octa permanent blind.

TENERIFFA 🇮🇨 | Servicio Canario de Salud (SCS) muss einen Patienten nicht finanziell entschädigen, der durch die Anwendung eines toxischen Arzneimittels bei einer Operation blind geworden ist. Das wurde vom Obersten Gerichtshof entschieden. Begründung ist, dass der Hersteller des Produkts verantwortlich ist, sowie der Händler und die spanische Agentur, die das Mittel genehmigt hat. Dementsprechend muss der SCS nicht die halbe Million Euro Schadensersatz zahlen, die der Patient gefordert hatte. Er wurde 2014 im Hospital Universitario de Canarias in La Laguna auf Teneriffa wegen einer Netzhautablösung behandelt, als man ihm bei dem Eingriff das Medikament „Ala Octa“ verabreichte.

Dieses wurde vom deutschen Labor Alamedics hergestellt, welches 2016 insolvent ging. Das Mittel wurde durch die Agencia Española de Medicamentos y Productos Sanitarios (Spanische Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte) genehmigt. Es hatte auch die CE-Kennzeichnung der Europäischen Union. Das Produkt wurde von den spanischen Behörden im Juni 2015 vom Markt genommen, nachdem seine Toxizität in mehreren Instanzen festgestellt worden war.

Für die Blindheit des Mannes sind laut dem Obersten Gerichtshof also die Spanische Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte und der Hersteller verantwortlich. Laut dem Urteil hat der Betroffene nun eine einjährige Frist, um Schadensersatz von diesen einzuklagen.

Ala Octa nahm dem Patienten die komplette Sehkraft

Der Mann war zum Zeitpunkt des Geschehens ein 53 Jahre alter Anwalt. 2007 hatte er nach einer schweren Verletzung das Sehvermögen seines linken Auges verloren. Sieben Jahre später, im November 2014, ging er dann in die Notaufnahme des Universitätskrankenhauses wegen einer Netzhautablösung seines rechten Auges. Fünf Tage später kam es zur OP, bei der ihm das toxische Medikament verabreicht wurde, das schließlich zur dauerhaften Blindheit führte.

Nach einer Klage, die bis zum Obersten Gerichtshof ging, musste dieser entscheiden, welche Institution für das Anwenden eines fehlerhaften Produkts verantwortlich ist. Das Krankenhaus hörte im Januar 2015 auf, das Ala Octa-Medikament anzuwenden, da es mehrfach Komplikationen gegeben hatte. Sechs Monate später wurde es vom Markt genommen. Es wurde jedoch entschieden, dass „das regionale Gesundheitswesen bei der Auswahl oder Überwachung des Arzneimittels kein Verschulden treffen kann, wenn es nicht über die Befugnisse zur Kontrolle des Produkts verfügt, das von der spanischen Behörde ordnungsgemäß genehmigt und validiert wurde.“

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