Walschutzgebiet – Umweltschützer fürchten negative Folgen

Walschutzgebiet – Umweltschützer fürchten negative Folgen

Das neue Walschutzgebiet Teneriffas beherbergt eine der weltweit einzigartigen Populationen von Kurzflossen-Grindwalen.

TENERIFFA 🇮🇨 | Die kanarische Umweltschutzorganisation Ben Magec-Ecologistas en Acción hat am Mittwoch davor gewarnt, dass das neue Weltkulturerbe der Wale auf Teneriffa ökologische Nachteile mit sich bringen könnte. Das Teno-Rasca-Küstengebiet, das sich etwa 22 Kilometer zwischen Punta El Fraile (Teno) und Punta Salema (Rasca, Las Galletas) zieht, wurde Ende Januar als erstes europäisches und weltweit drittes Walschutzgebiet ausgezeichnet . Diese Auszeichnung wird vermutlich mehr Besucher anziehen, was den dortigen Lebensraum von Walen und anderen Tieren ernsthaft beeinträchtigen könnte.

Die NGO reagierte auf die Aussage von José Gregorio Martín, Tourismusrat der Inselregierung, der das Wal-Weltkulturerbe für touristische Kampagnen nutzen möchte. Mehr als 1,4 Millionen Touristen hatten 2019 Walbeobachtungen und ähnliche Aktivitäten durchgeführt, was zu Einnahmen von rund 42 Millionen Euro führte, so der Verband. Mit dem Weltkulturerbe rechnet die Inselregierung mit noch mehr Umsatz für Tourismusanbieter.

Ben Magec ist besorgt, dass dies einen höheren ökologischen Druck auf die Region ausüben könnte. Umweltschützer wollen den Waltourismus nicht unterbinden, sie wollen aber auch nicht, dass sich der Sektor im Hinblick auf den Eingriff in die Natur selbst zerstört.

Teno-Rasca ist ein ab sofort Walschutzgebiet

Die Teno-Rasca Zone beheimatet eine der wenigen Populationen von Kurzflossen-Grindwalen auf der Welt, dazu den Großen Tümmler-Delfin und 20 weitere Walarten. Um die 200 einzigartigen Grindwale haben sich hier angesiedelt. Viele Wale und Delfine nutzen den Streifen auch als Wanderroute. Zusätzlich lebt an dem langen Küstengebiet die vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte und die Unechte Karettschildkröte. Auch geschützte Seegräser, Korallenriffe, wirbellose Meerestiere und Seeschwalben haben dort ihre Heimat.

Geschützte Tierarten werden durch Tourismus bedroht

Mehr neugierige Touristen würden zu mehr Seeverkehr führen, was in einigen Bereichen des Naturschutzgebiets jetzt bereits ein Problem darstellt, erklärte die NGO. Es würde häufiger zu Kollisionen und Todesfällen von Meerestieren kommen. Die Lärmbelästigung durch Boote beeinträchtigt außerdem das Gleichgewicht der Tiere.

Die ‚Ecologistas en Acción‘ kritisieren zudem das Fonsalía-Hafenprojekt . Der geplante 739-Meter-lange Handels- und Kreuzfahrthafen stelle ein ökologisches Risiko für das Walschutzgebiet dar. Er soll sich auf einer Küstenzone von knapp über 222.000 Quadratmetern erstrecken und widerspricht mit dieser Größenordnung dem von der Europäischen Union versprochenen Schutz des umweltsensiblen Gebiets.

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