Zweites großes Flüchtlingslager auf Teneriffa in Betrieb

Zweites großes Flüchtlingslager auf Teneriffa in Betrieb

Das Flüchtlingslager in Las Raíces auf Teneriffa. / Archiv

TENERIFFA 🇮🇨 | Das zweite Flüchtlingslager Las Canteras auf Teneriffa wird in Betrieb genommen. Hana Jalloul, die Staatssekretärin für Migration, verkündete am Montag, dass das Lager in La Laguna diese Woche seine ersten Bewohner empfängt. Es wird eine Kapazität für 1.800 Personen haben und von der internationalen Organisation für Migration verwaltet. Die Eröffnung hatte sich verzögert, da der Stadtrat aufgrund von Verletzungen des Stadtrechts zunächst die Einstellung der Aufbauarbeiten angeordnet hatte.

Jalloul sagte, dass drei Hotels, die als Flüchtlingsnotunterkünfte genutzt wurden, bereits leer sind. Sie arbeitet mit dem Innenministerium zusammen, um besonders schutzbedürftigen Migranten einen schnelleren Transfer aufs Festland zu ermöglichen. Sie hatte vorgeschlagen, rationale Auswahlkriterien zu treffen, um Personen für diesen Vorgang priorisieren zu können.

Flüchtlingslager Las Raíces steht unter Kritik

Neben dem Flüchtlingslager Las Raíces, welches nun um die 600 Einwohner hat und über tausend aufnehmen kann, ist Las Canteras das zweite und finale große Lager, was für Teneriffa geplant ist. Das Las Raíces-Lager steht allerdings seit seiner Eröffnung in Kritik, da die dortigen Bedingungen unzureichend seien.

Wie auch die Kaserne von Las Canteras ist Las Raíces in La Laguna, wo die nächtlichen Temperaturen unter zehn Grad fallen können. Beim letzten Sturm auf der Insel wurden zudem viele Zelte überflutet.

Seit Montag campen um die 50 Migranten als Zeichen des Protests vor den Toren des Lagers Las Raíces , die von Anwohnern bei ihrer Demonstration unterstützt wurden. Sie brachten ihnen Zelte und Decken, einige kommen täglich vorbei, bringen Essen und Zeit mit.

Mohamed, ein marokkanischer Mann mit einem Abschluss in Biologie, der von kanarischen Medien interviewt wurde, kritisiert, dass in den Badezimmern das Wasser kalt ist und es nicht ausreichend Toilettenpapier gibt. Außerdem müsste man sehr lang anstehen, um Lebensmittel zu bekommen. Das Ausbleiben der Antwort, ob man bleiben darf oder abgeschoben wird, führe allgemein zu viel Spannung im Lager.

Am vergangenen Freitag sind auch die ersten Flüchtlinge im Flüchtlingslager El Matorral auf Fuerteventura eingezogen. Bei diesem handelt es sich um ein altes Internierungszentrum für Ausländer, welches um die 700 Personen aufnehmen kann.

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