Nationalbank befürchtet eine Finanzkrise

Nationalbank befürchtet eine Finanzkrise

Pablo Hernández de Cos leitet die Aufsichtsbehörde der spanischen Nationalbank.

SPANIEN | Der leitende Verantwortliche der Aufsichtsbehörde der spanischen Nationalbank, Pablo Hernández de Cos, warnte vor Fehlentscheidungen, die zu einer Finanzkrise führen könnten. Die im März begonnene Corona-Situation hat sich von einer Gesundheitskrise in eine aktuelle Wirtschaftskrise umgewandelt und die aktuellen Wirtschaftszahlen erreichen einen Wert, der angrenzt an den Beginn der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Entscheidungen, die in Zukunft von Regierungsstellen getroffen werden, müssen gut überdacht sein, um nicht in einer erneuten Finanzkrise zu enden. Hernández de Cos schließt schwerwiegende Szenarien, die bereits von der EZB (Europäische Zentralbank) erwähnt wurden, nicht mehr aus. Die Tatsache, dass sich der spanische BIP nicht schnell erholen wird, ist ein maßgebender Indikator für eines der Szenarien. In der letzten Finanzkrise von Spanien waren die meisten Unternehmen nicht mehr zahlungsfähig und die Insolvenzen und Schließungen waren ein Tagesgeschäft für die Behörden. Darüber hinaus ergänzte Hernández de Cos, dass die in den letzten Tagen herausgegebenen Daten und Zahlen der Regierung nicht realitätsnah seien. Der BIP wird dieses Jahr erneut zwischen 10, 5 Prozent und 12,6 Prozent sinken.

Der Leiter der spanischen Aufsichtsbehörde erwähnt dazu, dass in seinem aktuellen Lagebericht die europäischen Förder- und Hilfsmittel nicht mit einberechnet worden sind. In Anbetracht dieser Gelder könnte eine Finanzkrise abgewendet werden aber nur, wenn diese auch punktgenau eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Langzeitarbeitslosigkeit, die ausgehebelt werden muss, um die allgemeine Lage zu stabilisieren.

Bankfusionen und deren Auswirkungen

Pablo Hernández de Cos begrüßt die Fusionen der Banken die zurzeit anstehen. „Mit diesen Fusionen können neue finanzielle Puffer geschaffen werden, die maßgebend zur Erhaltung und Unterstützung der Unternehmen dienen können, sollte eine Finanzkrise folgen“, sagte er. Die Tatsache, dass die EZB die Empfehlung ausgesprochen hat, keine Dividenden auszuschütten, würde das Pufferprinzip unterstützen und die verfügbare Summe erhöhen. Auch die aktuellen Gespräche bezüglich einer Fusion der Sabadell Bank, der BBVA und der Kutxabank, wird als ebenso als sinnvoll deklariert wie die Fusion der Caixabank und Bankia. Mithilfe von Fusionen der Banken werden nicht nur präventive Maßnahmen getroffen für eine mögliche Krise im Finanzsektor und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern die Rentabilität der Banken erhöht sich dadurch ebenfalls, was zur Steigerung des BIP beiträgt. Durch solche Vorgänge könnten ebenfalls die Unternehmensinsolvenzen abgefangen werden, die dieses Jahr, trotz der Corona-Krise, mit 4.400 Fällen beziffert werden. Eine Untersuchung der Sulunion prognostiziert aber im letzten Teil des Jahres nochmal eine starke Zunahme der Unternehmensinsolvenzen und Selbstständigen. Dadurch leidet der BIP nachvollziehbar erneut und muss durch staatliche Unterstützung abgefedert werden.

Quellenangaben

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